Laut der BVMed-Herbstumfrage 2025 erwarten die 116 teilnehmenden Unternehmen einen durchschnittlichen Umsatzanstieg von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieser leichten Erholung bleibt die wirtschaftliche Lage in der Medizintechnik-Branche angespannt. Als Hauptkostentreiber nennen die Unternehmen den zunehmenden bürokratischen Aufwand (80 Prozent), die gestiegenen Zertifizierungskosten durch die MDR-Implementierung (65 Prozent) sowie die höheren Personalkosten (64 Prozent).
„Die KMU-geprägte Branche erstickt unter Bürokratielasten und Berichtspflichten, ohne dass diese zu einer Verbesserung der Versorgung oder der Sicherheit von Patient:innen beitragen. Entsprechend steht die Forderung nach einem Bürokratieabbau durch ein Belastungsmoratorium für MedTech-Unternehmen mit weitem Abstand an der Spitze der politischen Forderungen“, erklärte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse.
Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (über 50 Prozent) gehen von einer Verschlechterung der Gewinnsituation aus. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen. Rund ein Drittel der Unternehmen verlagern Investitionen ins Ausland – mit einem Schwerpunkt auf das EU-Ausland (15 Prozent) und die USA (10 Prozent).
Digitalisierung, Forschung und Nachhaltigkeit als Zukunftstreiber
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten investiert die Branche weiterhin in Forschung und Entwicklung sowie in neue Technologien. Im Schnitt fließen 9,2 Prozent des Umsatzes in F&E. Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz gewinnt an Bedeutung: 91 Prozent der befragten Unternehmen nutzen KI-Lösungen bereits in verschiedenen Unternehmensbereichen – vor allem im Marketing, aber auch im Vertrieb und in der Produktion.
Ein Drittel der Unternehmen erhöht die Zahl der Mitarbeitenden, 51 Prozent halten die Beschäftigung stabil. Die Berufsaussichten für Fachkräfte bleiben damit positiv. Gleichzeitig steigt der Innovationsklima-Index des BVMed von 3,6 auf 3,9.
Nachhaltigkeit rückt ebenfalls stärker in den Fokus: 63 Prozent der Unternehmen setzen Maßnahmen zur Emissionsreduktion und Ressourcenschonung um. 62 Prozent haben bereits eine nachhaltige Unternehmensführung etabliert.
Ein zentrales Ergebnis der Umfrage ist zudem die Kritik am europäischen MDR-System. 56 Prozent der Unternehmen bevorzugen inzwischen das US-amerikanische FDA-System, nur 14 Prozent sprechen sich für die MDR aus. 86 Prozent fordern eine Entbürokratisierung der MDR, berechenbare Kosten und den Verzicht auf die Re-Zertifizierung alle fünf Jahre.