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Hilfsmittel

BVMed kritisiert GKV-Mehrkostenbericht

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) bemängelt den Hilfsmittel-Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbandes.

Der Verband verweist laut einer Mitteilung auf die unvollständige Datenbasis des Berichts und sieht Schwächen in der Methodik sowie in der Datenanalyse. Das Ergebnis des Mehrkostenberichts weiche somit von der Versorgungsrealität ab. Klarheit über die Aussagekraft bestehe erst, wenn Methodik und Datenqualität optimiert werden.

Der BVMed kritisiert, dass zum Beispiel die Patientendaten der Betriebskrankenkassen (BKKen) nicht mit einbezogen wurden, was die Aussagekraft der Studie verwässere. Auch bestanden bei der Erfassung im Zuge der Abrechnung Unklarheiten.

Schwächen zeigten sich in der Methodik und Datenanalyse. Unklar sei etwa, wie Dauerversorgungen mit zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln (unter anderem Stomaartikel, aufsaugende Inkontinenzhilfen) in die Systematik der „Versorgungsfälle“ zugeordnet wurden. Bei Inkontinenzhilfen wurde trotz erheblicher Unterschiede in der Versorgung und der Erstattung nicht zwischen ableitenden und aufsaugenden Produkten differenziert. Die Aussagekraft der Ergebnisse sei damit begrenzt.

Der GKV-Mehrkostenbericht bilde die Versorgungsrealität zu optimistisch ab. Die BVMed-Experten erkennen trotz Anstrengungen, die Qualität in der Hilfsmittel- und Homecare-Versorgung zu stärken, derzeit noch keine Trendwende: Die Fallpauschalen würden weiterhin sinken, was Druck auf die Versorgungsqualität ausübt und sich gegebenenfalls auch in Aufzahlungen zu Hilfsmitteln zeigt. Der Mehrkostenbericht könne erst die notwendige Klarheit schaffen, wenn die Methodik und die Datenqualität optimiert werden. Nur so könnten letztlich die Hilfsmittelversorgung weiterentwickelt und das Sachleistungsprinzip gewährleistet werden.

Der BVMed bietet für Nachjustierungen in kommenden Veröffentlichungen seine inhaltliche und fachliche Unterstützung an. Ebenso müssten die Ergebnisse nach Kassen differenziert werden können. Somit hätte auch der Versicherte Transparenz über die Versorgungsleistung seiner Kasse. Der notwendige Qualitätswettbewerb zwischen den Krankenkassen würde gestärkt werden.

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Tobias Kurtz / 10.07.2019 - 12:32 Uhr

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