Das geht aus der BVMed-Herbstumfrage 2015 hervor, an der sich 90 internationale Unternehmen der Medizintechnik-Branche beteiligt haben. "Insgesamt haben wir zwar steigende Fallzahlen durch den demografischen Wandel und den medizintechnischen Fortschritt, aber auch zusätzliche Hürden im System und einen enormen Preisdruck. Wir müssen sehr darauf achten, dass die Unternehmen ihre neuen und weiterentwickelten Technologien in Deutschland noch zeitnah in die Versorgung bringen können. Denn ein starker Heimatmarkt ist Voraussetzung für die Exporterfolge", kommentierte der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan die Vorstellung der Ergebnisse im Rahmen des BVMed-Medienseminars in Berlin.
Durch Mengensteigerungen aufgrund der demografischen Entwicklung und durch neueBehandlungsmethoden erwarten die BVMed-Unternehmen im deutschen Markt 2015 ein Umsatzwachstum von 4,3%. Die weltweite Umsatzentwicklung ist mit einem erwarteten Plus von 6,8% nach wie vor besser als die Entwicklung im Inland. Die unterschiedliche Entwicklung spiegelt sich auch beim Ausblick auf 2016 wider. 43% der Unternehmen erwarten eine positive Entwicklung im Inland, 62% weltweit.
Die Medizintechnik sorgt in Deutschland nach wie vor für zusätzliche Jobs. 51% der Unternehmen haben mehr Arbeitsplätze geschaffen, nur 11% Arbeitsplätze abgebaut. Hochgerechnet auf die BVMed-Mitgliedschaft schufen die Unternehmen in diesem Jahr rund 2.000 neue Arbeitsplätze. Die Berufsaussichten für Fachkräfte in der MedTech-Branche bewerten 97 Prozent der Unternehmen als sehr gut bzw. gut.
Auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) bewerten die Unternehmen das Innovationsklima für Medizintechnik in Deutschland mit 4,9. Der Index 2015 hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nicht verändert, nachdem er zuvor signifikant um 1,3 Punkte gefallen war. Das Innovationsklima in Deutschland wird nach Meinung der Unternehmen vor allem durch innovationsfeindlich eingestellte Krankenkassen, bürokratische Prozesse, niedrige Erstattungspreise und die Unsicherheiten über die künftige Nutzenbewertung von Medizinprodukten zunehmend gefährdet.
Bei den gesundheitspolitischen Forderungen steht der Hilfsmittelbereich an vorderster Stelle. Jeweils 34% der Unternehmen sprechen sich für die Wahlfreiheit des Hilfsmittel-Leistungserbringers für den Patienten sowie für Verhandlungsverträge statt Ausschreibungen aus. 33% der Unternehmen fordern eine stärkere Einbeziehung der Industrie in die Prozesse beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), 31% beschleunigte Erstattungsentscheidungen beim G-BA.