Dies teilte der Bundesverband Medizintechnologie auf Basis seiner Herbstumfrage mit, an der sich knapp 100 Unternehmen beteiligt hatten. Zwar liegt das für 2014 erwartete Umsatzwachstum bei 3,4 Prozent. Die Gewinnsituation der Unternehmen ist dagegen rückläufig, die Margen sinken, so der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan. Zudem wird das Innovationsklima in Deutschland von den Unternehmen schlechter als in den Vorjahren beurteilt. Der Innovationsklima-Index des BVMed fiel auf einer Zehnerskala von 6,2 auf 4,9. Bemängelt werden vor allem eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen sowie niedrige Erstattungspreise in Deutschland.
Trotzdem bleibt die Medizintechnik ein Jobmotor, stellt BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt fest. 51 Prozent der Unternehmen haben Arbeitsplätze geschaffen, nur 8 Prozent Arbeitsplätze abgebaut. Die Berufsaussichten für den Nachwuchs bewerten 95 Prozent der Umfrageteilnehmer als sehr gut bzw. gut. Gesucht werden überwiegend Medizintechniker und Ingenieure. Offene Stellen gibt es vor allem im Vertrieb.
BVMed: Ausland läuft besser als Inland
Die Umsatzangaben aus der BVMed-Herbstumfrage ergaben: Die weltweite Umsatzentwicklung verläuft für die Unternehmen besser als die Entwicklung im Inlandsmarkt. 85 Prozent der befragten MedTech-Unternehmen rechnen weltweit mit einem höheren Umsatzergebnis als im Vorjahr. Aus den Umsatzangaben ergibt sich ein weltweites Wachstum der BVMed-Unternehmen von 4,6 Prozent. Im Inlandsmarkt liegt der Wert bei 3,4 Prozent. 2013 lag das Wachstum bei 2,6 Prozent, nachdem es zuvor drei Jahre in Folge rückläufig war. Der leichte Anstieg könnte durch Nachholeffekte erklärbar sein, so Schmitt. "Generell ist davon auszugehen, dass die Fallzahlen in der Medizintechnik durch die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren weiter steigen."
Auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) bewerten die Unternehmen das Innovationsklima für Medizintechnik in Deutschland mit 4,9. Der Index 2014 hat sich damit gegenüber den Vorjahren um 1,3 Punkte verschlechtert. Das Innovationsklima in Deutschland wird nach Meinung der Unternehmen durch innovationsfeindlich eingestellte Krankenkassen, bürokratische Prozesse, niedrige Erstattungspreise und die Unsicherheiten über die künftige Nutzenbewertung von Medizinprodukten zunehmend gefährdet. Bei den gesundheitspolitischen Forderungen steht die Entbürokratisierung und Beschleunigung der Entscheidungswege der Selbstverwaltung nach wie vor im Vordergrund (48 Prozent).