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Hoffnung auf „Strategieprozess Medizintechnik“

BVMed-Mitglieder wählen neuen Vorstand

BVMed-Mitglieder wählen neuen Vorstand

Dr. Meinrad Lugan ist auf der BVMed-Mitgliederversammlung am 20. April in Berlin als Vorstandsvorsitzender des Medizintechnik-Verbandes für zwei weitere Jahre wiedergewählt worden. Neu im Gremium ist Ben Bake von der Sanitätshaus Aktuell AG.

Der 54-jährige Meinrad Lugan ist Vorstand bei B. Braun Melsungen und übernahm im April 2007 den BVMed-Vorsitz. Als stellvertretende Vorsitzende des BVMed-Vorstandes wurden Marc D. Michel (Peter Brehm) und Stefan Widensohler (Krauth) gewählt. Dem Vorstand gehören außerdem Dr. Chima Abuba von Paul Hartmann, Ben Bake von Sanitätshaus Aktuell, Christiane Döring von GHD, Dr. Manfred Elff von Biotronik, Mark Jalaß von Lohmann & Rauscher sowie Frank Lucaßen von Fresenius Kabi an. Ben Bake, Mark Jalaß, Frank Lucaßen und Marc Michel sind erstmals im BVMed-Vorstand vertreten. Zudem ist BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt Mitglied des Vorstandes. Der neue BVMed-Vorstand wurde für zwei Jahre gewählt.

In seiner Rede hob Lugan hervor, dass er große Hoffnungen auf die im Koalitionsvertrag vorgesehene Fortführung des Strategieprozesses Medizintechnik setze. “Wir wünschen uns eine positive Atmosphäre für den medizinisch-technischen Fortschritt und einen schnelleren Transfer von Forschungsergebnissen in die Gesundheitsversorgung”. Der BVMed will nach Aussage Lugans die vorgesehene Weiterführung des Strategieprozesses Medizintechnik nutzen, um eine bessere Fortschrittskultur in der Weiterentwicklung und Verbesserung der Patientenversorgung in Deutschland durch neue technische Lösungen zu erreichen. „Dafür ist das Zusammenspiel von Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftsministerium von großer Bedeutung”, so der BVMed-Vorsitzende. Ein Ziel des Strategieprozesses Medizintechnik müsse es sein, die Erstattungs- und Bewertungssysteme an die Dynamik von medizinischen und technischen Weiterentwicklungen anzupassen.

Darüber hinaus sieht Lugan im Koalitionsvertrag weitere gute Ansätze. So fordern CDU/CSU und SPD, dass medizinische Innovationen schneller in die Regelversorgung gelangen und hierfür die Verfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) beschleunigt werden. “Die Große Koalition hat erkannt, dass wir für eine gute Patientenversorgung auf dem Stand von Wissenschaft und Technik schnellere Entscheidungen über die Vergütung von neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden benötigen”, sagte Lugan.

MDR bereitet Sorgen

Sorgen bereitet den kleinen und mittleren Unternehmen der Medizintechnik die neue EU-Medizinprodukte-Verordnung. “Die neuen klinischen Anforderungen sowie die umfassenden Dokumentations- und Berichtspflichten sind erhebliche Herausforderungen. Außerdem sind Engpässe bei den Benannten Stellen durch die neuen MDR-Anforderungen, durch die zurückgehende Zahl der Prüfstellen und durch den Wegfall der britischen Stellen durch den Brexit absehbar”, so Lugan. Der “Nationale Arbeitskreis zur Implementierung der MDR und IVDR”, kurz: NAKI, biete dabei die Chance, praxistaugliche Lösungen für die Umsetzung zu etablieren. Der NAKI ist vom Bundesgesundheitsministerium unter aktiver Beteiligung des BVMed und der MedTech-Unternehmen eingesetzt worden.

Neue Player im Gesundheitsmarkt

Nach Aussage Lugans befinde sich die Medizintechnik-Branche- ebenso wie die gesamte Gesundheitsversorgung – in einem dramatischen Umbruch. “Die Digitalisierung ist die Grundlage dafür, dass in allen Versorgungs- und Geschäftsfeldern zunehmend Daten erhoben und miteinander vernetzt werden. Neue Geschäftsmodelle entstehen. Innovations-, Produktions- und Vertriebsprozesse wandeln sich.” Die Krankenhauslandschaft sei ebenso im Umbruch wie der Lieferantenmarkt. Gleichzeitig treten neue Player wie Google, Apple, Facebook oder Amazon verstärkt in den Gesundheitsmarkt ein. “Das Ziel von neuen Partnerschaften im digitalen Zeitalter ist es, gemeinsam mit den Versorgungspartnern Prozesse zu optimieren, Wirtschaftlichkeitsreserven zu heben, Innovationen zu fördern – und damit gemeinsam die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern.”

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