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Verband baut Bereich für digitale Medizinprodukte auf

BVMed ruft „Digital-Talk“ ins Leben

BVMed ruft „Digital-Talk“ ins Leben Die Experten des BVMed-Digital-Talks 2019 (v.l.): Dr. Manfred W. Elff, Mitglied der Geschäftsführung Biotronik, Prof. Dr. Jörg Debatin, Natalie Gladkov, Prof. Dr. Dr. Christian Dierks und Dr. Marc-Pierre Möll (Foto: BVMed)

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat zum Thema „Digitale Medizinprodukte in der Gesundheitsversorgung – Schicksalsjahr 2020?“ eine Talkrunde veranstaltet.

Mit dem neuen Ansatz für digitale Medizinprodukte nach dem Digitale Versorgung-Gesetz (DVG) „wollen wir jetzt schnell Erfahrungen sammeln und die Patientenversorgung verbessern“, sagte Prof. Dr. Jörg Debatin, Leiter des neuen „Health Innovation Hub“ des Bundesgesundheitsministeriums, auf dem ersten Digital-Talk des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed).

Der BVMed sieht im DVG viele gute Ansätze, um einen zügigen Zugang zu digitalen Lösungen zu gewährleisten, schlägt aber beim Geltungsbereich und der Unterstützung telemedizinischer Lösungen weitergehende Regelungen, insbesondere eine Ausweitung auf die Medizinprodukte-Klassen IIb und III vor, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Debatin hielt in der Diskussion die Begrenzung auf die Klassen I und IIa für vertretbar, da diese kleinen Schritte gut umsetzbar seien und damit rasch Erfahrungen mit dem neuen Ansatz gemacht werden könnten. Wenn sich der Ansatz bewähre, kann sich Debatin laut einer Verbandsmitteilung eine Ausweitung auf die Klassen IIb und III vorstellen.

Moderiert wurde das neue BVMed-Format von Natalie Gladkov. Sie ist seit Juni 2019 Referentin „Digitale Medizinprodukte“ beim MedTech-Verband. „Der digitale Wandel und die Chancen, die durch die Digitalisierung für die Patientenversorgung entstehen, wird einer der Schwerpunkte des BVMed in den nächsten Jahren sein. Deshalb bauen wir einen eigenen Bereich für digitale Medizinprodukte beim BVMed auf, um den Service für unsere Mitgliedsunternehmen weiter zu verbessern, aber auch verstärkt neue Anbieter digitaler Lösungen anzusprechen“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte im April 2019 den Health Innovation Hub unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Debatin ins Leben gerufen, um aktiv in der Digital-Szene nach neuen Ideen und Lösungen zu suchen und damit die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Der ehemalige Chef des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hatte das Klinikum in seiner Zeit als Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender konsequent digitalisiert.

Der Berater, Rechtsanwalt und Allgemeinmediziner Prof. Dr. Dr. Christian Dierks führte in das DVG ein, das unter anderem die Einführung digitaler Gesundheitsanwendungen (diGA) in die Erstattungssysteme regelt. Das DVG-Gesetzgebungsverfahren soll nach Auskunft Dierks’ unabhängig von der Zukunft der Großen Koalition „durchgezogen“ werden. Da die Produktzyklen einer digitalen Gesundheitsanwendung so kurz sind, ist ein „Fast Track“-Verfahren am Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorbei zu rechtfertigen.

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Tobias Kurtz / 29.08.2019 - 11:11 Uhr

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