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Hilfsmittel bei Tracheostoma

BVMed schlägt neue Systematik für PG 12 vor

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat in einem Schreiben an den GKV-Spitzenverband eine neue Systematik der Produktgruppe 12 (PG 12) "Hilfsmittel bei Tracheostoma" des Hilfsmittelverzeichnisses (HMV) vorgeschlagen.

Ziel der Überarbeitung solle "eine klare und eindeutige Zuordnung der Produkte und eine stärkere Differenzierung der Untergruppen sein", so BVMed-Hilfsmittelexpertin Daniela Piossek.

Zur Begründung schreibt der BVMed, dass sich in den letzten Jahren eine immer größere Diskrepanz zwischen dem Hilfsmittelverzeichnis und den medizinisch-technischen Realitäten entwickelt habe. Auch sei die PG 12 nach Meinung vieler Anwender sehr unlogisch aufgebaut. So sei etwa die Systematik der Produktgruppen und Untergruppen mehrdeutig, lasse Freiheiten bei der Zuordnung zu und enthalte zahlreiche Redundanzen. "Eindeutige Zuordnungen und damit auch Möglichkeiten eines Produktvergleichs – Stichwort ‘autidem’ – bei der Suche nach Versorgungsalternativen oder eine Produkt-kategorisierung sind damit unmöglich", so der BVMed. Wenn aus der Hilfsmittelnummer aber nicht die wichtigsten Produkteigenschaften abgeleitet werden könnten, stelle dies sowohl den Sanitätsfachhandel als auch Versorger oder verschreibende Ärzte vor große Probleme.

Die Anforderungen an eine Trachealkanüle würden vor allem von der medizinischen Indikation bestimmt. Andererseits müssten Sicherheitsfeatures unabhängig von der technischen Realisierung gewährleistet sein. Insofern sei eine Einteilung nach Material wie Metalle oder Kunststoffe nicht notwendig. Dies müsse bei der Aktualisierung der PG 12 berücksichtigt werden.

Tracheotomie – umgangssprachlich auch Luftröhrenschnitt genannt – bezeichnet den chirurgischen Eingriff, bei dem über eine Öffnung im Hals ein Zugang zur Luftröhre geschaffen wird. Die Gründe für eine Tracheotomie sind vielfältig. Eine künstliche Öffnung der Luftröhre (Tracheostoma) wird beispielsweise bei Intensivpatienten mit Langzeitbeatmung, bei neurologischen Störungen, bei Kehlkopflähmung oder -entfernung notwendig.

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Tobias Kurtz / 05.01.2017 - 11:10 Uhr

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