Die Bundesregierung hat einen koordinierten und ressortübergreifenden Strategieprozess zur Stärkung der Medizintechnik-Branche gestartet. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Bundeskanzleramt wurde der neue Dialogprozess vorgestellt, der unter der Federführung des Bundesgesundheitsministeriums gemeinsam mit weiteren Ressorts sowie Vertretern aus Industrie und Verbänden gestaltet werden soll.
Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt die Initiative ausdrücklich. „Die Bundesregierung geht damit nach der Anerkennung der Medizintechnik als Leitwirtschaft den nächsten logischen Schritt. Es ist gut, dass das ressortübergreifende Dialogformat gemeinsam mit der Wirtschaft durchgeführt wird. Gemeinsames Ziel muss die Verbesserung der Rahmenbedingungen der industriellen Gesundheitswirtschaft sein, damit Deutschland wieder Innovationsmotor wird“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.
Ziel des Gesamtprozesses ist die Entwicklung einer integrierten Pharma- und Medizintechnikstrategie. Die Ergebnisse des Dialogs sollen in ein Strategiepapier einfließen, das von allen beteiligten Akteuren getragen wird. Das Kanzleramt koordiniert und begleitet den Prozess.
Fokus auf Versorgungssicherheit, Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit
Aus Sicht des BVMed sind insbesondere fünf Handlungsfelder zentral: der Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der MedTech-Branche, die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung, die Absicherung der Versorgungssicherheit in Deutschland, die Stärkung und Nutzung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Medizintechnik.
Die Medizintechnik zählt neben Pharma, Biotech und E-Health zu den tragenden Säulen der industriellen Gesundheitswirtschaft. 2024 erwirtschaftete die Branche einen Produktionswert von 46 Milliarden Euro und erzielte eine Bruttowertschöpfung von 19,7 Milliarden Euro – inklusive Ausstrahlungseffekten sogar 41,4 Milliarden Euro. Mit über 210.000 Beschäftigten ist die Branche deutlich größer als die Pharmaindustrie. 93 Prozent der 1.480 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden sind KMU.
„Deutschland steht in einem harten Wettbewerb um Investitionen und Top-Talente. Um Innovationen hier zu entwickeln, benötigen wir international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Der ressortübergreifende Strategieprozess ist dafür der richtige, ganzheitliche Ansatz“, betont Dr. Möll.