Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) setzt bei der Verbesserung der Versorgungsstrukturen für Patienten mit chronischen Wunden auf Dialogforen und “Best Practice”-Beispiele.
16.09.2015
Tobias Kurtz
2 Minuten
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"Nur verbesserte Versorgungsstrukturen können Behandlungsengpässe verhindern und die Zahl chronischer Wundpatienten dauerhaft reduzieren", ist BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt überzeugt. Mit einem "Wunddialog" am 1. Dezember 2015 in Berlin will der BVMed seine Aktivitäten "für eine moderne phasengerechte Wundversorgung in interdisziplinären Strukturen" verstärken. Zu dem Thema hat der Verband einInformationsportal eingerichtet.
Zum Hintergrund: In Deutschland leben rund 1,5 Millionen Menschen, die unter einer chronischen Wunde leiden. Experten gehen davon aus, dass ihre Zahl entsprechend dem demografischen Wandel und dem Anstieg an Zivilisationskrankheiten wie Diabetesmellitus zunehmen wird. Schon jetzt zeigt sich nach Ansicht des BVMed allerdings, dass die vorhandenen Versorgungsstrukturen weder dem aktuellen Stand medizinischer Forschung entsprechen, noch eine kostendeckende Behandlung zulassen.
Derzeit werde eine einzelne Wundbehandlung mit einem Kostenfaktor abgerechnet, der einer Behandlungsdauer von maximal 10 Minuten entspricht, so der BVMed. Die Realität aber sehe laut Verband anders aus: Eine professionelle, phasengerechte Wundbehandlung dauert einschließlich fachgerechter Reinigung zwischen 30 und 40 Minuten. Sie ist für die Versorger somit defizitär, sofern sie keine Sondervergütungen mit den Kostenträgern ausgehandelt haben. Dies sei meist nur im Rahmen größerer, regionaler Netzwerke möglich. Viele Praxen ziehen sich daher aus der Wundbehandlung zurück. Patienten mit chronischen Wunden werden allein gelassen und nicht mehr adäquat behandelt. Neben dem menschlichen Leid und der psychischen Belastung ist diese Situation auch ökonomisch kontraproduktiv, da Folgekosten, etwa durch vermeidbare Amputationen beim Diabetischen Fußsyndrom, entstehen. "Versorgungsengpässe werden das Szenario der Zukunft sein, wenn es nicht gelingt, die Komplexität moderner Wundbehandlung sowie die dafür nötige Expertise durch eine entsprechende Vergütung abzubilden", so BVMed-Wundversorgungsexpertin Daniela Piossek.
Die Hersteller moderner Wundversorgungsprodukte im BVMed wollen daher im "Wunddialog" am 1. Dezember beispielhafte Ansätze interdisziplinärer Versorgungsstrukturen zur modernen und phasengerechten Versorgung chronischer Wunden zur Diskussion stellen und möchten so den Erfahrungsaustausch aller Beteiligten im Gesundheitssystem initiieren. In Form von Vorträgen und Diskussionen sollen Lösungsansätze aufgezeigt werden
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