Dazu Valerie Smeelen-Wendt, Training and KOL Management Global Compression bei Medi: „Der Welt-Lymphödem-Tag findet dieses Jahr zum zehnten Mal statt und soll dazu beitragen, das Bewusstsein für Lymphödeme und deren Behandlungsmöglichkeiten in den Fokus zu rücken. Für uns bei Medi ist jeder Tag Welt-Lymphödem-Tag! Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen, aufklären und Hürden in der Versorgung verringern. Wir wollen alle zusammenbringen, die täglich mit der Erkrankung in Berührung kommen – mit dem Ziel, die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern und bestmögliche Therapieergebnisse zu sichern. Dafür braucht es geschultes Fachpersonal und aufgeklärte Patient:innen, die Verantwortung für ihre Therapie übernehmen.“
Nikolas Zwarg, Global Business Development Manager Compression bei Medi, ergänzt: „Lymphologische Aufklärung beginnt im Kleinen: im Gespräch zwischen Betroffenen und medizinischem Personal oder Physiotherapeut:innen, in der Beratung im Sanitätshaus, zwischen Teilnehmenden einer Selbsthilfegruppe oder im Online-Chat einer Social Media Lymphödem-Gruppe. Uns als Hersteller von medizinischer Kompression liegt es am Herzen, unseren Teil dazu beizutragen und unser internationales Netzwerk zu nutzen, um Wissen über die Erkrankung zu vermitteln, Diskussionen anzuregen und Betroffenen Hoffnung zu geben. Dafür braucht es eine starke Lobby weltweit!“
Den Auftakt des medi World Lymphedema Day übernahm Prof. Christine Moffatt, Gründerin des weltweit größten Lymph-Netzwerks ILF – International Lymphedema Framework. Im Interview mit Nikolas Zwarg und Els Brouwer, Lymphology and Phlebology Consultant, sprach sie über ihre Vision zur Zukunft der Lymphödem-Behandlung und welche Rolle das ILF dabei spielt.
Erkenntnisse zu Lymphödem nach Brustkrebs
In ihrem Vortrag “Breast cancer-related lymphoedema and why is compression needed?” erklärte Justine Whitaker, leitende Dozentin an der University of Central Lancashire und Direktorin der Northern Lymphedema Clinic, wie ein Lymphödem nach einer Brustkrebserkrankung entstehen kann und weshalb medizinische Kompression wichtig ist, um das Lymphsystem zu unterstützen und Schwellungen zu reduzieren. Ihre Erkenntnisse für Behandelnde sowie Patientinnen:
- Erstens kann medizinische Kompressionsversorgung eine Verschlimmerung der Erkrankung vermeiden – nicht nur bei brustkrebsbedingtem Lymphödem, sondern generell bei primären wie sekundären Lymphödemen.
- Zweitens sind Arm- und Hand-Lymphödeme nach Brustkrebs am häufigsten anzutreffen, können aber auch im Brustbereich auftreten oder an der Vorder- und Rückseite des Körpers ab der Unterseite des Brustkorbs aufwärts („Rumpf“). Sie zu überwachen und zu managen, kann helfen, langfristige Risiken anderer Erkrankungen wie Frozen Shoulder zu vermeiden.
- Und drittens müssen Fachkräfte im Gesundheitswesen befähigt werden, die medizinische Kompressionsversorgung richtig anzumessen, Patient:innen individuell zu beraten und aus dem breiten Spektrum an Versorgungsoptionen diejenigen auszuwählen, die zum Lebensstil sowie den Bedürfnissen von Betroffenen passen.
Dr. Philipp Amm, Medical Science Manager bei medi, vertiefte das Thema Lymphödem nach Brustkrebs und untermauerte seinen Vortrag “Prophylactic compression sleeves for prevention of breast cancer-related arm lymphoedema (BCRAL)“ mit Studien und wissenschaftlichen Hintergrundinformationen.
Vorbild für Lymphödem-Betroffene
Abschluss der Veranstaltung bildete ein bewegendes Interview mit Dominique Rogers, Lymphödem-Patient aus den USA und Testimonial der aktuellen mediven Design-Kampagne. Er erzählte von seiner Diagnose primäres Lymphödem im Alter von 15 Jahren und wie ihn seine Mutter, die ein Lymphödem nach Brustkrebs hatte, gestärkt hat, seine Erkrankung anzunehmen. Beide haben sich gegenseitig motiviert, medizinische Kompression zu tragen und zu Physio-Terminen zu gehen. Seitdem verfolgt Dominique Rogers konsequent seine Therapie, treibt viel Sport und trägt den medizinischen Kompressionsstrumpf mediven 550 Bein – weshalb er mittlerweile hauptberuflich als Feuerwehrmann und Rettungssanitäter tätig sein kann. Heute gibt er seine positive Energie an andere Lymphödem-Betroffene weiter.