Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilt, nahmen die gesetzlichen Krankenkassen im letzten Jahr 260 Mrd. Euro ein – ein Plus von 4 Prozent. Die Ausgaben stiegen bei einem Anstieg der Versichertenzahlen von 0,3 Prozent ebenfalls um 4 Prozent auf 262,6 Mrd. Euro.
„Die Pandemie hat die Entwicklung der Krankenkassen-Bilanzen im vergangenen Jahr geprägt“, kommentiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Ergebnisse. „Die Zahlen für das letzte Jahr zeigen aber auch: Durch den zusätzlichen Bundeszuschuss und den Abbau der Finanzreserven ist es uns gelungen, dass Beitragszahler und Arbeitgeber nicht übermäßig belastet worden sind. Die Beiträge stabil zu halten – das ist auch mit Blick auf das laufende Jahr unser Ziel.“
Die Finanzreserven der Krankenkassen lagen zum Stichtag 31. Dezember bei 16,7 Mrd. Euro. Der Gesundheitsfonds verbuchte 2020 ein Defizit von 3,49 Mrd. Euro. Die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds lag zum Stichtag 15. Januar 2021 bei rund 5,9 Mrd. Euro.
Bis auf die landwirtschaftliche Krankenversicherung (LKK), die 2020 einen Überschuss von 58 Mio. Euro erzielte, verbuchten alle Krankenkassenarten im vergangenen Jahr Defizite: Für die Ersatzkassen betrug das Minus 1.114 Mio. Euro, für die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) 974 Mio. Euro, für die Betriebskrankenkassen (BKK) 235 Mio. Euro, für die Innungskrankenkassen (IKK) 250 Mio. Euro und für die Knappschaft 138 Mio. Euro.
Gesetzliche Krankenkassen: Entwicklungen der Ausgaben
Die Ausgabenentwicklung war im vergangenen Jahr pandemiebedingt von deutlichen Schwankungen geprägt. Gegenüber der jeweiligen Vorjahresperiode stiegen die Ausgaben im 1. Quartal 2020 um 5,6 Prozent, im isolierten 2. Quartal sanken die Ausgaben der Krankenkassen unter den Auswirkungen des Lockdowns hingegen um 1,0 Prozent. Im Zuge der Abflachung des Infektionsgeschehenes im Sommer stiegen die Ausgaben im isolierten 3. Quartal wiederum um 8,6 Prozent und im isolierten 4. Quartal mit dem Lockdown ab Mitte November um 3,6 Prozent an.
Die Ausgaben für Hilfsmittel (inkl. Hörhilfen) erhöhten sich im Jahr 2020 von 9,52 auf 9,78 Mrd. Euro (+2,7%).
Die endgültigen Finanzergebnisse der Krankenkassen für das Gesamtjahr 2020 werden ebenso wie die Daten des 1. Quartals 2021 Mitte Juni 2021 vorliegen, so das BMG.