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GKV-Zahlen 1. Halbjahr 2019

GKV-Ausgaben übersteigen Einnahmen

GKV-Ausgaben übersteigen Einnahmen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Foto: BMG)

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2019 mehr ausgegeben, als sie eingenommen haben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn begrüßt die Entwicklung.

Insgesamt verbuchten die gesetzlichen Krankenkassen bei einem Ausgabenvolumen von 125 Mrd. Euro im 1. Halbjahr 2019 ein leichtes Defizit von rund 544 Mio. Euro verbucht. Trotzdem liegt ihre Finanzreserve immer noch bei etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. Dies teilte das Bundesgesundheitsministerium mit Die Einnahmen der Krankenkassen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent und die Ausgaben um 4,7 Prozent gestiegen.

Zum Stichtag 1. Juli 2019 lag der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz mit 0,99 Prozent erstmals seit 2015 wieder unterhalb der 1-Prozent-Marke und damit rund 0,1 Prozentpunkte unterhalb des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes im Jahr 2018. Ausgabenseitig spiegeln sich in den ansteigenden Veränderungsraten auch Mehrausgaben aus dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz und Terminservice- und Versorgungsgesetz wider.

„Die gesetzlichen Krankenversicherungen stehen weiterhin gut da“, kommentiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Entwicklung. „Dabei helfen die gute Konjunktur und eine maßvolle Ausgabenpolitik. Die aktuellen Kassenzahlen zeigen in die richtige Richtung: Notwendige Leistungsverbesserungen kommen jetzt bei den Versicherten an. Und Krankenkassen mit übermäßig hohen Finanzreserven haben endlich begonnen, ihre Mitglieder über geringere Zusatzbeiträge zu entlasten.“

Bei einer differenzierten Betrachtung nach Krankenkassenarten ergibt sich folgendes Bild: Die AOKen verzeichneten im 1. Halbjahr ein leichtes Defizit von rund 68 Mio. Euro, die Ersatzkassen von 297 Mio. Euro, die BKKen von 126 Mio. Euro und die IKKen von 95 Mio. Euro. Bei AOKen, Ersatzkassen und IKKen ist der Ausgabenüberschuss weitestgehend jeweils auf Defizite einer großen Krankenkasse mit hohen Finanzreserven zurückzuführen.

Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung sind um 2,9 Prozent gestiegen. Bei Erhöhungen der Landesbasisfallwerte von durchschnittlich rund 2 ½ Prozent spricht vieles dafür, dass es in den Krankenhäusern auch in den Monaten Januar bis Juni nur eine moderate Mengenentwicklung gegeben hat.

Die Arzneimittelausgaben stiegen um 4,9 Prozent. Hierbei spielen weiterhin die Entwicklungen im Bereich innovativer Arzneimittel eine zentrale Rolle. Die Krankenkassen werden nach wie vor durch deutliche Zuwächse (+8,3 Prozent) bei Rabattvereinbarungen mit pharmazeutischen Unternehmern entlastet.

Im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung stiegen die Ausgaben um rund 4,0 Prozent. Deutlich überproportional sind vor allem die Ausgaben für Heilmittel (+13 Prozent). Bei Heilmitteln machen sich vor allem die vom Gesetzgeber schrittweise vorgegebenen Honorarsteigerungen bemerkbar.

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Tobias Kurtz / 06.09.2019 - 07:00 Uhr

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