Dies ergab eine aktuelle Befragung der gesetzlichen Krankenversicherungen durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Langfristig betrachtet steht das Gesundheitswesen vor einer großen finanziellen Belastung. Anhaltende Kostensteigerungen sind das größte Problem, mit dem sich die gesetzlichen Krankenversicherungen in Zukunft beschäftigen müssen.
Als größten Kostentreiber sehen die Krankenkassen die ambulante Krankenversorgung, psychiatrische Krankenhäuser und die stationäre Pflege. Gerade die demografische Entwicklung stellt für die gesetzlichen Krankenversicherungen, die sich mit dem Umlageverfahren aus laufenden Beitragszahlungen finanzieren, eine große Herausforderung dar.
Kostensenkungen nennen die gesetzlichen Krankenversicherungen als die größte Herausforderung für die Zukunft. Eine höhere Effizienz des Gesundheitswesens kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. So rechnen die von PwC befragten gesetzlichen Krankenversicherungen mit der Konsolidierung ihrer Branche. Zwei Drittel glauben, dass in Zukunft eine Zahl von 40 bis 100 Krankenkassen sinnvoll und ausreichend ist. In Deutschland gibt es aktuell 134 gesetzliche Krankenversicherungen. Nur ein Drittel der Befragten hält dagegen eine Anzahl von 100 bis 150 für notwendig.
Nach Auskunft der Krankenkassen besteht bei den größten Kostentreibern, also bei der ambulanten Krankenversorgung, der stationären Pflege und psychiatrischen Krankenhäusern, auch das größte Einsparpotenzial. Dagegen spielen IT-Maßnahmen zur Kostenreduktion und Zusatzpakete keine wichtige Rolle. Auch eine Zusatzversicherung, wie sie Krankenhausbetreiber zusammen mit Krankenversicherungen anbieten, ist nach Angaben der gesetzlichen Krankenversicherungen kein Modell für die Zukunft.
Aber nicht nur finanziell stößt das Gesundheitswesen an seine Grenzen. In einem pessimistischen Szenario fehlen 2030 bis zu 106.000 Ärzte. Das entspricht 33 Prozent der dann notwendigen Stellen. Noch dramatischer ist die Situation bei Pflegekräften: Wenn sich der Fachkräftemangel fortsetzt, werden 575.000 Pflegekräfte fehlen – 48 Prozent der notwendigen Stellen im Jahr 2030.