Anfang der 80er Jahre wurde der Hausnotruf entwickelt. Er erlaubt, im Notfall schnell und unkompliziert Hilfe über das Telefon zu rufen. Seit einigen Jahren lässt sich dieser klassische Hausnotruf um eine ganze Bandbreite an Sensoren erweitern, die z.B. Gasaustritt- und überlaufendes Wasser oder einen Sturz melden.
Hier setzte das Projekt "Feldtest Altersgerechte Assistenzsysteme in der Wohnungswirtschaft" der Frankfurt University of Applied Sciences an. Hintergrund: Trotz seines Bekanntheitsgrades wird die Entscheidung für den Hausnotruf häufig erst sehr spät getroffen, und er ist in Deutschland nicht sehr verbreitet, teilt die Frankfurt University of Applied Sciences. Auch wenn man einen Hausnotruf hat, würden die Geräte nicht immer getragen. Sowohl das Design der Geräte als auch die Dienstleistungsprozesse tragen laut Universität dazu bei, dass altersgerechte Assistenzsysteme nur schwer akzeptiert werden.
Den Kern der Studie bildete eine Längsschnittbefragung von 56 Bewohnern der Stadt Frankfurt zwischen 57 bis 92 Jahren (Durchschnitt: 78,3 Jahre), die ein zu Hause installieren ließen. Die Teilnehmenden wurden dreimal (am Anfang, nach sechs Monaten und nach zwölf Monaten) befragt. Es zeigte sich, dass die Sensoren wenig Akzeptanz finden und die Resonanz gegenüber dem Hausnotruf tendenziell verhalten ist. Dabei ließen sich der Nutzen, die Zuverlässigkeit der Systeme und organisatorischen Abläufe gut demonstrieren.
„Ich fühle mich unabhängiger“ gaben nach sechs Monaten 57,7 Prozent der Befragten an, nach zwölf Monaten stiegt die Zahl deutlich auf 90,6 Prozent. Nach sechs Monaten waren 73,1 Prozent der Teilnehmenden überzeugt, dass es ihren Familien Sicherheit gibt, nach einem Jahr sogar 84,4 Prozent.
Als Ergebnis des Projekts wollen Wohnungswirtschaft (ABG) und Sozialdienstleister (DRK) enger miteinander kooperieren und versuchen, den Hausnotruf und die erweiterte Sensorik durch gemeinsame Werbeaktivitäten und Kommunikationsmaßnahmen bekannter zu machen. Denn: Für die Akzeptanz sei eine gemeinsam entwickelte und kooperative Informationspolitik wichtig.