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Stomaversorgung

Homecare-Verband VVHC kritisiert LSG Hamburg

Homecare-Verband VVHC kritisiert LSG Hamburg VVHC-Geschäftsführer Norbert Bertram (Foto: Redaktion)

Der Verband Versorgungsqualität Homecare (VVHC) widerspricht den Ausführungen des Landessozialgerichts Hamburg. Demnach würde der Dienstleistungsanteil im Rahmen einer Stomaversorgung insgesamt nur zehn bis 15% der Kosten ausmachen.

„Man könne hier den Eindruck gewinnen, dass bewusst dienstleistungsintensive Tätigkeiten von Homecare-Unternehmen, die im Laufe einer Stomaversorgung stetig anfallen, nicht berücksichtigt werden, mit dem Ziel, unbedingt Ausschreibungslose zu gewinnen“ kritisiert Norbert Bertram, Geschäftsführer des VVHC, in einer Verbandsmitteilung.

Folge man der kostenbezogenen Betrachtungsweise des LSG Hamburg und erfasse die durchschnittlichen Vollkosten einer endständigen Stomaversorgung, so entfielen bis zu 60 Prozent auf den Wareneinsatz inkl. Lager- und Logistikkosten. Darauf folgten mit einem Anteil von 25 bis 30% die Kosten, die im Rahmen der notwendigen Dienstleistungen mit der direkten Patientenversorgung zu tun haben. Hinzu kämen weitere Kostenbestandteile für Administration, Abrechnung sowie allgemeine Unternehmenskosten.

Bei einer durchschnittlichen Kostenkalkulation in der Stomaversorgung müsse laut Bertram aber auch der prozentuale Anteil temporärer Stomaanlagen, die nach wenigen Monaten zurückverlegt werden, berücksichtigt werden. Dieser liege bei über 50 Prozent. Gerade die postoperativen Phase nach einer Stomaanlage sei mit häufigen Hausbesuche zur Beratung, Einweisung und Anpassung des Stomas verbunden. Für die gesamte temporäre Stomaversorgung von drei bis vier Monaten bedeutet dies einen höheren Dienstleistungsanteil von bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten.

Der VVHC stellt zudem grundsätzlich in Frage, ob der Dienstleistungsanteil überhaupt an den Gesamtkosten gemessen werden darf. „Es müsse vielmehr der Versorgungsprozess an sich und in diesem Zusammenhang der Anteil der Dienstleistungen innerhalb des Versorgungsprozesses für den Patienten bewertet werden“, so Norbert Bertram. Hier läge der Dienstleistungsanteil weit über 50 Prozent.

Der VVHC appelliert an Krankenkassen und die Homecare-Branche, verantwortungsbewusst mit der dienstleistungsintensiven Stomaversorgung umzugehen. Dieser persönliche und intime Versorgungsbereich dürfe nicht für wirtschaftliche Interessen ausgenutzt werden. Eine qualitativ hochwertige Stomaversorgung gehöre „in die Hände dienstleistungsorientierter Homecare-Unternehmen und nicht in einen Callcenter-gesteuerten Versandhandel“.

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