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Hilfsmittelverbände

IGHV fordert Finanzierung der PSA

IGHV fordert Finanzierung der PSA Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer des BVMed. (Foto: BVMed)

Die Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung (IGHV) fordert, die Mehrausgaben der Hilfsmittel-Leistungserbringer für Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu finanzieren und Mindereinnahmen zu kompensieren.

„Anforderungen zur Sicherstellung der Hilfsmittelversorgung“ heißt das gemeinsame Positionspapier, das die 16 Verbände der IGHV verfasst haben. Darin schreiben sie, dass nur durch Unterstützungsmaßnahmen beispielsweise analog zum Heilmittelbereich eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung mit Hilfsmitteln aufrechterhalten werden könne. Das Papier kann unter www.bvmed.de/positionen abgerufen werden.

Um die ambulanten Versorgungsstrukturen in der Hilfsmittelversorgung zu erhalten und die Kliniken weiter zu entlasten, müssten die Hilfsmittelversorger bei der Distribution der PSA durch die Gesundheitsbehörden der Länder berücksichtigt werden, fordert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Eine „Corona-Pauschale“, die durch die Hilfsmittel-Leistungserbringer beantragt werden könne, solle dabei die Finanzierung der Mehrkosten sicherstellen.

Der BVMed sieht unter anderem zwei große Herausforderungen für die Hilfsmittel-Leistungserbringer:

  • Aufgrund der erforderlichen körperlichen Nähe zum Patienten gilt es, persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu beschaffen und zu finanzieren. Obgleich Teil der systemrelevanten Infrastuktur, werden Hilfsmittel-Leistungserbringer bei der Distribution von PSA in der Praxis leider nicht berücksichtigt. Durch die eigenständige Beschaffung entstehen erhebliche Mehrkosten.
  • Aufgrund der politisch gewollten Verschiebung von Operationen und elektiven Eingriffen sowie der Veränderungen des Gesundheitsverhaltens der Bürger (z.B. Verzicht auf Arztbesuche) entstünden den Hilfsmittel-Leistungserbringern zugleich erhebliche Mindereinnahmen, die sich noch mindestens über die kommenden zwölf Monate erstrecken würden.

Die Entwicklung bedrohe bereits heute insbesondere die klein- und mittelständischen Strukturen und die Hilfsmittelversorgung vor Ort, in Wohnortnähe. Deshalb seien Unterstützungsmaßnahmen der Länder zur Sicherstellung der Hilfsmittelversorgung vor Ort essentiell, so der BVMed.


Zur IGHV gehören die Verbände BEH, BVMed, BIV-OT, BVZ, EGROH, Eurocom, f.m.p., Innungsverband Orthopädie-Schuhtechnik NRW, QVH, rehaKind, rehaVital, RSR, Sanitätshaus Aktuell, SPECTARIS, VVHC und ZVOS

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Tobias Kurtz / 12.05.2020 - 15:57 Uhr

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