Auf einer Fläche in der Gläsernen Werkstatt wurden die wichtigsten Stationen bei der Anpassung und Herstellung einer Sitzschale visualisiert – das Maßnehmen und der Vakuumabdruck sowie die weitere Anpassung waren täglich zweimal live auf der Bühne zu sehen. Das Team von OT-Kiel demonstrierte mit Till, wie gemeinsam mit den Patienten, ihren Familien, Therapeuten und Versorgern ein alltagstaugliches, möglichst optimales Ergebnis erzielt werden kann.
Die Firma Reha-aktiv Chemnitz hatte die Familien eingeladen, und sich als Fachbetrieb täglich auf der Bühne sowie in einem Kongress-Symposium zum Diskurs mit den Kollegen gestellt. Dadurch wurde die besondere Leistung in Handwerk und Sonderbau unterstrichen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Anna Schaffelhuber, paralympische Monoskibobsiegerin, Weltmeisterin und Sportlerin des Jahres.
RehaKIND: Hightech auf der Bühne
Neben dem Handwerksthema "Sitzschale" prägte Hightech das Leben auf der Bühne: Otto Bock präsentierte E-Rollstuhl-Sonderbauten sowie Umfeld- und Sondersteuerungen für spezielle Ansprüche. Mark, nach einem Badeunfall hoch gelähmt, führte sein selbstbestimmtes Alltagsleben mit seinen Assistenten vor. Eine Mundsteuerung und eine Saugblasmaus bieten ihm den nötigen Aktionsradius sowie Selbstständigkeit im Haus. Außerdem kann er den Computer nutzen. So konnte er seine Ausbildung abschließen und hat einen Arbeitsplatz in Aussicht – gute Perspektiven für den 24-Jährigen.
Zu den Spezialversorgungsgebieten von Rehatec gehört "Stehen". Es stärkt den Kreislauf und erlaubt Teilhabe auf Augenhöhe. Mehrere Nutzer berichteten aus ihrem Alltag mit Stehtraining und wie viel an Fitness, Sicherheit und auch Selbstbewusstsein sie dadurch gewonnen haben.
Die Fördergemeinschaft RehaKIND stellte ihre Messebeteiligung unter das Motto "Nicht sprachlos bleiben – Komplexe Versorgungen und Kommunikationshilfsmittel im interdisziplinären Team". Hintergrund: Bei schwerer eingeschränkten Menschen sind die technischen Möglichkeiten von Kommunikationshilfen oft gar nicht bekannt. Wie bei gesunden Kindern sollten Sprache und Kommunikation so früh wie möglich angebahnt werden. Sich ausdrücken zu können, ist eines der Grundrechte des Menschen. Die RehaKIND-Mitgliedsfirmen Rehavista und Prentke Romich zeigten daher beispielhaft Talker und andere Kommunikationshilfsmittel, die an Rollstühlen angebracht oder in der Schule verwendet werden können.