Die Rehavital habe ihn „von der Themenvielfalt noch nie so gefordert wie in den letzten drei Jahren“, erklärte der Rehavital-Aufsichtsratsvorsitzende Detlef Möller zum Start in die Mitgliederversammlung der Leistungserbringer-Gruppe. Zusammen mit der Gesellschafterversammlung war diese eingebettet in den neu konzipierten Branchenkongress Rehavision der Rehavital Gesundheitsservice GmbH.
Möller bezog sich dabei auf die Herausforderungen aus Pandemie und Ukrainekrieg, wie etwa die Kostenentwicklung am Markt oder Liefer- und Kapazitätsengpässe. Aber auch neue Wettbewerber, die zunehmende Relevanz strategischer Netzwerkpartner oder das Thema Fachkräftemangel gehörten zu den beständigen Agenda-Punkten der Verbundgruppe. „Um diese Themen erfolgreich zu meistern, bedarf es eines starken Verbundes im Rücken, wie wir ihn mit der Rehavital haben“, so Möller.
Jens Sellhorn stellte den Geschäftsbericht 2021 vor. Im Einkauf habe aufgrund der erheblichen Marktverwerfungen und erschwerten Marktzugänge lediglich Plus von 2 Prozent erwirtschaftet werden können. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Thema der Online-Einlagenversorgung. Um die Chancen des gestiegenen Onlinevertriebs zu nutzen und gleichzeitig den Vorgaben des Handwerksrechts ausnahmslos zu entsprechen, stellte Jens Sellhorn im Namen des Aufsichtsrates den Plan eines Multichannel-Ansatzes als zukünftigen Vertriebsweg vor. Dabei soll die Indikation entscheiden, ob die Versorgung on- oder offline stattfinden werde. Das Für und Wider sei von den Mitgliedern offen und kontrovers diskutiert worden, teilt die Rehavital mit.
Passend zum Tenor der Versammlung trat Hartmut Goldboom, Direktor Gesellschafterentwicklung bei der Hagebau, auf die Bühne. Er bekräftigte die Notwendigkeit, Kundenbedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt zu stellen und bestehende Strukturen zugunsten digitaler Geschäftsprozesse neu zu denken.
Rehavital: Im Zeichen des Austauschs
Einblicke in die derzeitigen Herausforderungen in den Bereichen Einkauf und Vertragsmanagement erhielten die Mitglieder im Rahmen der Vorträge aus den Rehavital-Fachabteilungen.
Frachtkostenerhöhungen, Materialengpässe und Veränderungen der Marktakteure seien noch immer die treibenden Themen im Bereich der Beschaffung sowie der Vertragsverhandlungen. Lieferketten bleiben für längere Zeit massiv gestört. Die Rehavital rechnet nicht mit einer Rückkehr auf Vor-Corona-Niveau in den nächsten Monaten oder gar Jahren. Das aktuell stabile Wachstum im Einkauf sei zu einem erheblichen Anteil auf die erfolgreiche Akquise neuer Lieferanten und Mitglieder zurückzuführen. Vertrieb und Krankenkassenmanagement demonstrierten, wie die Preissteigerungen den Krankenkassen vermittelt würden und wie die Rehavital organisiert sei, um nahtlos zum 1. Januar 2023 neue Verträge zu verhandeln.
Der Bereich IT und Digital Services stellte seine aktuellen Entwicklungen in Form von Live-Präsentationen vor. Das Rehavital-Tochterunternehmen CSE Healthcare erklärte zusammen mit der Opta Data Gruppe das Produkt Caremed.one – eine App zur Patientenversorgung – am Beispiel der Wunddokumentation. Nutzer sollen von der automatisierten Stammdatenübernahme und einem Versorgungsleitfaden zur Dokumentation profitieren, der nach Erstellung als automatisierte Benachrichtigung an Pflegedienst und ärztliches Fachpersonal gehe und den Rückfluss der Daten ins Stammsystem sicherstelle. Die Opta Data stellte außerdem eine auf die Branchenbedürfnisse zugeschnittene Call-Center-Lösung vor. Auch Recare Deutschland sowie die Pflegeplatzmanager waren zu Gast. Mit ihren digitalen Entlassplattformen für Krankenhäuser und Nachversorger demonstrierten sie die automatische Anbindung an das Vertrags- und Dokumentenmanagement System VDMS der RehaVital, mit dem Versorgungsanfragen automatisiert gefiltert und direkt beantwortet werden können.
Ab Mittag wurde der Teilnehmerkreis um die Lieferanten- und Netzwerkpartner erweitert. Vorträge verschiedener Gastredner und daran anschließende Diskussionsrunden lieferten in den Nachmittagsstunden zahlreiche Denkanstöße.
Insgesamt nahmen über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Rehavision teil. „Wir stellen uns den aktuellen Herausforderungen der Branche und werden gemeinsam Lösungen für alle derzeitigen ,Brandherde‘ erarbeiten. Gleichzeitig möchten wir auch für die Themen der Zukunft vorbereitet sein“, fasst Jens Sellhorn die Auftaktveranstaltung zusammen. In zwei Jahren plant die Rehavital den zweiten Branchenkongress.