Die wirtschaftliche Lage in der Hilfsmittelversorgung spitzt sich weiter zu. Besonders kleinere und mittelständische Leistungserbringer geraten zunehmend unter Druck, weil Vertragspreise oft über Jahre hinweg unverändert bleiben – trotz Inflation und anhaltender Krisenfolgen. Die Rehavital warnt vor einer existenzbedrohenden Entwicklung in der Branche und fordert eine indexgebundene Anpassung der Vertragspreise im Rahmen des Administrativen Rahmenvertrags (ARV).
„Verträge bleiben oft über Jahre unverändert, obwohl die Inflation steigt und die Nachwirkungen der vergangenen Krisen die Preise weitertreiben. Besonders kleinere Betriebe geraten zunehmend in die Unwirtschaftlichkeit. Sie hängen an Verträgen fest, die längst nicht mehr auskömmlich sind – mit teils existenzbedrohenden Folgen. Auch in unserer Branche nehmen Insolvenzen zu, was langfristig die wohnortnahe Versorgung gefährdet“, warnt Detlef Möller, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Rehavital und selbst Geschäftsführer der Stolle Unternehmensgruppe.
Die Anpassung soll sich an der jährlichen Inflationsrate orientieren, jedoch durch die Grundlohnsummenveränderungsrate gemäß § 71 SGB V gedeckelt werden. Damit bliebe der Grundsatz der Beitragssatzstabilität gewahrt. Im Fall einer Deflation soll eine Schutzklausel greifen.
Mehr Effizienz durch Entbürokratisierung
Neben der automatischen Preisangleichung fordert Rehavital auch eine generelle Entbürokratisierung der Prozesse. Ziel ist es, Leistungserbringer und Kostenträger spürbar zu entlasten und die Versorgung effizienter zu gestalten.
„Entbürokratisierung ist unumgänglich, das steht außer Frage. Entscheidend ist, wie weit wir gehen – und hier braucht es große Schritte statt halber Sachen“, so Möller.
Die vorgeschlagene Preisindexierung würde nicht nur den Aufwand für Neuverhandlungen deutlich reduzieren, sondern auch für mehr Transparenz und Planungssicherheit sorgen. „Wir fordern alle Beteiligten auf, diesen Vorschlag konstruktiv aufzugreifen und gemeinsam eine nachhaltige Lösung für die Probleme in der Hilfsmittelversorgung zu finden. Eine faire und unbürokratische Preisgestaltung ist kein Selbstzweck – sie sichert die verlässliche Versorgung der Patientinnen und Patienten in ganz Deutschland“, appelliert Möller an die Politik.