Die Gemeinschaft verzeichnete ein Einkaufsvolumen von rund 330 Mio. Euro, die RehaVital-Mitglieder einen Außenumsatz von über 800 Mio. Euro. Die Gemeinschaft umfasste 2014 115 Mitglieder mit 514 Filialen und 89 Betriebsstätten. Eine überdurchschnittliche Entwicklung beim Einkaufsvolumen nahmen dabei die Produkt-/Marktsegmente Reha (+10,3%), Medizintechnik (+8,9 %) und Sanitätshausprodukte (+8,5 %) ein. "Hier zeigt sich, dass sich unsere Aktivitäten zur Stärkung der Kompetenz unserer Mitglieder und zur Optimierung der Markt- und Ertragsposition bewähren", erklärt Detlef Möller, RehaVital-Aufsichtsratsvorsitzender.
So hätten sich u. a. die Workshops, Anwenderforen und Moderatorenschulungen im Zuge des KVP-Programms zur Optimierung der Prozesse bewährt. "Im letzten Jahr wurden außerdem bereits 24 KVP-Moderatoren ausgebildet", führt Möller aus. "Diese fungieren u. a. als Multiplikatoren und tragen die KVP-Methoden noch effizienter in ihre Unternehmen, so dass sie noch breiter angewendet werden können." Auch die Anzahl der abgeschlossenen und verwalteten Verträge mit Leistungsträgern stieg 2014. Sie liegt inzwischen bei 672 (2013: 628).
Tendenziell stieg die Zahl der Versorgungen im Berichtszeitraum, während die durchschnittlichen Erlöse weiter sinken. "Der langfristigen Reduktion der Vertragspreise für Hilfsmittel stehen steigende Kosten für die Versorgung der Patienten gegenüber", erläutert Dr. Richard Kollisch, RehaVital-Geschäftsführer. "Diese Schere öffnet sich weiter mit der Konsequenz, dass die Mitarbeiter unserer Betriebe weniger Zeit für die Betreuung der Versicherten aufwenden können".
Dieser Trend werde verstärkt durch die Effekte der Ausschreibungen, die vorhersehbar zu einer Beschränkung der Leistungserbringung auf das vertraglich vereinbarte Minimum einer standardisierten Produktlieferung führten. Ralf-Kaspar Kemmerling, RehaVital-Geschäftsführer seit Ende 2014, ergänzt: "Aufgrund der zunehmenden Zahl von Ausschreibungen ist für die kommenden Jahre eine negative Entwicklung insbesondere für die Patienten zu erwarten. Wir werden deshalb genau beobachten, welche Krankenkassen sich in welcher Form mit Ausschreibungen beschäftigen."
Aufgrund der europäischen Gesetzgebung seien Ausschreibungen allerdings nicht mehr zu verhindern. "Deshalb wird es umso wichtiger sein, die Krankenkassen davon zu überzeugen, dass Ausschreibungen nicht immer der beste Weg sind. Denn es darf nicht nur um den auf den ersten Blick billigsten Preis gehen. Wenn die Versorgung der Patienten sich verschlechtert – und das wird sie unweigerlich, wenn nur nach dem Preis geschaut wird – dann kann das nicht im Interesse der Beteiligten sein." Letzten Endes werde die Versorgung sogar indirekt wieder teurer. "Wir wollen deshalb versuchen, die Kassen davon zu überzeugen, dass sie nicht allein dem Kostendruck entsprechen, sondern auch die erbrachten Dienstleistungen sowie die Qualität der Versorgung in ihre Ausschreibungen einbeziehen."