Die Leistungsausgaben und Verwaltungskosten kletterten um 7,5 Prozent, teilte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit. Die Leistungsausgaben stiegen dabei um 7,8 Prozent und damit „deutlich stärker als in den letzten Jahren“.
Die Aufwendungen für den ausgabenstärksten Leistungsbereich Krankenhausbehandlungen erhöhten sich in den ersten neun Monaten um 7,8 Prozent bzw. 5,4 Mrd. Euro und stellen damit einen maßgeblichen Treiber der hohen Ausgabendynamik dar.
„Das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen ist insbesondere Ergebnis eines inflationsbedingt hohen Anstiegs der Ausgaben für Personal und medizinische Leistungen“, kommentiert Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach. „Wichtiger ist aber, dass es in den letzten 10 Jahren versäumt wurde, die ineffizienten Strukturen des deutschen Gesundheitswesens zu modernisieren und für die Zukunft fit zu machen. Das macht sich zum Beispiel in sehr hohen Ausgabenzuwächsen im Krankenhausbereich bemerkbar, der für ein Drittel der Gesamtausgaben verantwortlich ist.“
Aber auch die Pflegepersonalkosten (+12,8 Prozent bzw. 1,9 Mrd. Euro) sowie die Aufwendungen für stationäre psychiatrische Behandlungen (7,2 Prozent bzw. rund 500 Mio. Euro) sind deutlich gestiegen.
Die Ausgaben für die Versorgung mit Arzneimitteln stiegen in den ersten drei Quartalen um 9,9 Prozent bzw. 3,7 Mrd. Euro. Bei der Interpretation Zahlen sei laut BMG zu beachten, dass diese in besonderem Maße vom Auslaufen des in 2023 einmalig erhöhten gesetzlichen Herstellerabschlags von 7 auf 12 Prozent durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz geprägt ist. Im gleichen Zeitraum nahmen die zugunsten der GKV gewährten gesetzlichen Rabatte der pharmazeutischen Unternehmer um rund 890 Millionen Euro ab. Ohne Berücksichtigung dieser Rabatte wuchsen die Ausgaben um 7,0 Prozent bzw. 2,8 Milliarden Euro.
Äußerst dynamisch entwickeln sich auch die Aufwendungen für Arzneimittel im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung, die einen Zuwachs von rund 740 Millionen Euro (+49,9 Prozent) gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraums aufweisen.
Die Ausgaben für ambulant-ärztliche Behandlungen sind um 6,4 Prozent bzw. 2,2 Mrd. Euro gestiegen. Damit lag das Ausgabenwachstum rund einen Prozentpunkt höher als in den Rechnungsergebnissen des ersten Halbjahres. Zu diesem dynamischen Aufwuchs tragen auch die Aufwendungen für mit den neu eingeführten Hybrid-DRG abgerechneten ambulanten Behandlungen bzw. Operationen bei, die sich mit 84 Millionen Euro gegenüber dem ersten Halbjahr mehr als verdoppeln
„Stark gestiegen“ sind laut BMG die Ausgaben im Bereich Heilmittel (+10,1 Prozent), Behandlungspflege und der häuslichen Krankenpflege (+12,3 Prozent) sowie bei Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen (+10,0 Prozent).