logo

Ladenbau

So viel investiert der Handel in den Ladenbau

So viel investiert der Handel in den Ladenbau Die Einrichtungskosten pro qm sind in allen Branchen gestiegen. (Grafik: EHI-Laden-Monitor 2020)

Das EHI Retail Institute stellt im Rahmen der Messe Euroshop die Ergebnisse seines aktuellen EHI-Laden-Monitor 2020 vor.

Handelsunternehmen in Deutschland investieren insgesamt 7,9 Mrd. Euro in den Ladenbau ihrer stationären Geschäfte. Das ergab der EHI-Laden-Monitor 2020, dessen Ergebnisse auf der EuroShop in Düsseldorf präsentiert wurden. „Der Fokus liegt klar auf Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen“, so EHI-Ladenbauexpertin Claudia Horbert, „aber auch in Neueröffnungen wird über alle Handelsbranchen wieder stärker investiert.“
Besonders wachstumsstark zeigen sich Lebensmittel-, Drogerie- und preisorientierte Nonfood-Fachmärkte. 735 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche (VKF), und damit 15 Prozent mehr als vor drei Jahren investierte der Lebensmittelhandel im vergangenen Jahr. Regelmäßig neue Produkte, insbesondere im Trend-Sortiment Convenience, mehr gastronomische Angebote und fortgesetzte Trading-up-Maßnahmen bestimmen zusammen mit den Aufwendungen für eine energieeffiziente Kältetechnik das Investitionsverhalten der Vollsortimenter. Noch deutlicher gestiegen sind die durchschnittlichen Einrichtungskosten für ein neues Textil-, Schuh- und Sportgeschäft mit 537 Euro/qm VKF (+21%). Obwohl das Handelssegment unter einem hohen Kostendruck steht, vielfach begleitet von einer deutlichen Portfoliobereinigung, setzen die Neueröffnungen im Fashion-Bereich auf mehr Erlebniswert und investieren in eine hochwertige Ladenoptik, emotionale Warendarstellung über Themenwelten und in mehr Aufenthaltsbereiche für die Kunden.
Auch in anderen Branchen des Nonfood-Handels sind die Einrichtungskosten für Neueröffnungen gestiegen: Drogeriemärkte geben 505 Euro/qm VKF aus (+10,3%), und Baumärkte 208 Euro/qm VKF (+ 23,8%). Im Mittelpunkt steht auch hier eine regelmäßige optische Detailarbeit zur Aufwertung einzelner Sortimentsbereiche und Entwicklung neuer Abteilungskonzepte, um weiterhin attraktive und einladende Einkaufsorte für die Kunden zu schaffen.

Ladenbau: Evolution statt Revolution

Bestehende Läden werden regelmäßig auf ihre wirtschaftliche und technische Performance überprüft. Mit Teilumbauten und kleineren Refresh-Lösungen und hochflexiblen Einrichtungssystemen werden sie optisch und technisch auf dem neuesten Stand gehalten. Auch Umstellungen beim Store-Konzept und größere Rollouts erfolgen nicht mehr per se flächendeckend, sondern aus Kostengründen Schritt für Schritt. Die Zyklen für Komplettumbauten haben sich im Food- und Nonfood-Handel in den letzten drei Jahren weiter verlängert auf 9,6 und 8,7 Jahre.

Flexible Flächen und Formate

Flächenkonzepte und Formate werden zunehmend flexibler, um den optimalen Mix aus Erlebnis und Warenangebot in Abhängigkeit von Nachfragesituation, Bedarfsstruktur bzw. Zielgruppe und Lage auf die Fläche zu bringen, Das beginnt schon bei der Planung eines neuen Geschäfts: Flächen müssen so geplant werden, dass sie mit möglichst geringem Aufwand je nach Bedarf bzw. Anlass umgestaltet bzw. bei jedem Umbau neu konstruiert werden können.
Flexibilität ist auch für die Beleuchtung wichtig. Die individuelle Ansteuerung der LED bietet gemeinsam mit der digitalen Vernetzung aller Lichtquellen am POS neue Gestaltungsmöglichkeiten. Zwar ist die Ausstattung der Geschäfte hier schon mit einem Umrüstungsstand von 67 Prozent im Lebensmittel- und 53 Prozent im Nonfood-Handel recht weit fortgeschritten, doch nach wie vor nicht flächendeckend erfolgt.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  • Sanitätshaus Kanters in Krefeld hat umgebaut
  • Burmeier stellt Betten-Verkaufskonzept vor
  • Christoph Hafemeister leitet Vertrieb und Marketing bei OBV
Tobias Kurtz / 18.02.2020 - 12:05 Uhr

© Sternefeld Medien GmbH