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2. Marktstudie „Medizintechnik 2020“

Studie: Medizintechnik-Branche unter Veränderungsdruck

Preisdruck, Digitalisierung und Internationalisierung sowie verschärfte regulatorische Anforderungen: Die Medizintechnik-Branche steckt in einem Veränderungsprozess.

Die mittelständischen MedTech-Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Auch wenn die Tragweite der Covid-19-Pandemie derzeit noch nicht beurteilt werden könne, ist mit einer Einschränkung des künftig zur Verfügung stehenden finanziellen Handlungsrahmens der betroffenen Unternehmen zu rechnen. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktstudie „Medizintechnik 2020“, welche die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft und das Corporate Finance Beratungshaus Clairfield International in Kooperation mit dem Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zum zweiten Mal herausgeben hat.

Für die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit durch Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle sowie für die Verwertung von Marktchancen würden Unternehmen zukünftig stärker auf neue Investoren und Zusammenschlüsse angewiesen sein.

Die Marktstudie analysiert die Marktentwicklung auf nationaler und internationaler Ebene sowie die wichtigsten Trends in der Branche und auf dem Transaktionsmarkt. Sie will aufzeigen, wie mittelständische Medizintechnik-Unternehmen den aktuellen Herausforderungen begegnen können. Neben einer Analyse der verfügbaren Zahlen und Quellen basiert die Studie auf einer Befragung von Marktteilnehmern sowie der Analyse von 900 MedTech-Unternehmen. Erstmalig wird zusätzlich auch der aufstrebende asiatische Medizintechnik-Markt näher beleuchtet.

Wesentliche Ergebnisse der Studie

Die künftige Wettbewerbsfähigkeit der mittelständisch geprägten Medizintechnikbranche in Deutschland wird laut der Umfrage von zwei wesentlichen Erfolgsfaktoren abhängen. Bei technischen Entwicklungen wird es verstärkt darauf ankommen, eine intelligente Vernetzung mit komplementären Anbietern zu erreichen und Produkte zu digitalisieren bzw. durch Software intelligenter zu machen. „Der rasante technische Wandel erfordert strategische Allianzen. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit lässt sich insoweit nur durch strategische Zukäufe oder langfristige Kooperationen sichern“, sagt Dr. Ulrich Philippi, Partner bei Luther und Experte für M&A-Transaktionen in der Branche. Um die Wachstumsziele zu erreichen, haben 46 Prozent der Befragungsteilnehmer angegeben, künftig auf Kooperationen zu setzen, die Hälfte der Befragten plant den steigenden Anforderungen durch Zukäufe zu begegnen.

Die Vorteile der Digitalisierung zeigen sich insbesondere im Bereich der Erfüllung datenschutzrechtlicher Compliance-Anforderungen, der Steuerung von Prozessen zur Erhöhung der Produktivität sowie bei der steigenden Anzahl digitaler und Software-basierter Produkte. „Die Digitalisierung ist aktuell der Turbo für das Innovationsgeschehen in der Medizintechnik. Aktuelle Änderungen des Rechtsrahmens wie das Digitale Versorgungsgesetz sollten Hersteller jetzt nutzen, um neue Produkte im Heimatmarkt zu etablieren und die internationale Wettbewerbsfähigkeit mit digitalen Gesundheitslösungen auszubauen“, erklärt Rechtsanwältin Cornelia Yzer, Koordinatorin der Industriegruppe Health Care & Life Science der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft. Etwa 20 Prozent der Teilnehmer erwarten durch die wachsende Digitalisierung einen Umsatzanstieg von über 10 Prozent.

Nach wie vor sind die USA der größte MedTech-Markt der Welt. Geprägt durch technologische Einflüsse ist der amerikanische Markt Vorreiter in den Bereichen E-Health und künstliche Intelligenz. Neben den USA haben Asien und Indien das größte Wachstumspotenzial. Insbesondere für deutsche Unternehmen seien die Chancen groß, denn Medizintechnik „Made in Germany“ genieße hinsichtlich Qualität und Technologieführerschaft ein hohes Ansehen.

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Tobias Kurtz / 27.05.2020 - 10:04 Uhr

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