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Gesundheitssystem

Verbände begrüßen nationale Diabetes-Strategie

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und die Eurocom begrüßen den geplanten Start einer nationalen Diabetes-Strategie. Auch die Adipositas soll in den Fokus rücken.

Die Nationale Diabetes-Strategie soll am 2. Juli im Bundestag beschlossen werden. Die Herstellervereinigung Eurocom begrüßt laut einer Mitteilung ausdrücklich den damit verbundenen Ansatz, Strukturen zu schaffen, die Prävention, Früherkennung und frühzeitige Behandlung der Volkskrankheit Diabetes und ihrer Folgeerkrankungen fördern.

Dazu gehört das Diabetische Fußsyndrom (DFS). Es geht mit chronischen Wunden einher, die bei schlechtem Behandlungsverlauf Amputationen nach sich ziehen können. Eurocom-Geschäftsführerin Oda Hagemeier erklärt: „40.000 Amputationen pro Jahr infolge eines diabetischen Fußulkus sind ein alarmierendes Signal, den Schutz gegen Diabetes-bedingte Fußschäden zu verbessern. Hier besteht akuter Handlungsbedarf. Notwendige Voraussetzung ist die frühe und konsequent leitliniengerechte Behandlung des Fußes, ohne wertvolle Zeit zu verlieren. Patienten mit Diabetes, einer bekannten Gefäßkomplikation oder einer schlecht heilenden Wunde müssen zügig in eine Schwerpunktpraxis, Fußambulanz oder eine geeignete stationäre Einrichtung geleitet werden. Wir brauchen ein ineinandergreifendes und ganzheitliches Behandlungs- und Versorgungssystem, das hilft, Amputationen zu vermeiden. Ein Baustein ist die rechtzeitige Therapie mit druckentlastenden Hilfsmitteln, die den unterschiedlichen Wund- und Fußsituationen der Patienten gerecht werden.“

Für den BVMed sind eine moderne Versorgung auf dem aktuellen medizinisch-technischen Stand und unter Nutzung digitaler Lösungen, aber auch ein ganzheitliches Konzept für bessere Prävention sowie Früherkennung wichtig. „Wir brauchen eine ganzheitliche Strategie im Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes. Dazu ist die Diabetes-Strategie ein wichtiger Schritt“, kommentiert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll die Initiative. Und: „Neben Diabetes müssen wir auch die Adipositas-Behandlung in den Fokus nehmen, da beide Bereiche eng zusammenhängen.“

Die Gesundheitssysteme seien nach wie vor eher auf die Behandlung von Akuterkrankungen ausgerichtet, konstatiert der BVMed und fordert daher einen stärkeren Fokus auf chronische Erkrankungen. Medizintechnologien und digitale Lösungen könnten dabei helfen, Prozesse entlang eines nachhaltigen Patientenpfades effizienter zu gestalten und das Diabetes-Selbstmanagement zu unterstützen. Zu einer Diabetes-Strategie müsse daher auch die stärkere Einbindung moderner Diabetes-Technologien und digitaler Versorgungsmöglichkeiten gehören. Auch bei der Früherkennung müssten neue Wege gegangen werden, beispielsweise durch obligatorische Früherkennungsuntersuchungen, um Versorgungsangebote gezielter anzuwenden.

Laut OECD gehen zudem 70 Prozent der Diabetes-Behandlungskosten auf die Adipositas zurück. Daher sei es schlüssig, die Therapie der Adipositas in die nationale Diabetes-Strategie aufzunehmen und dadurch Verbesserungen bei der aktuellen Fehl- und Unterversorgung von Menschen mit Adipositas zu erreichen. „Die Umsetzung darf jetzt nicht zwischen den Selbstverwaltungs-Partnern zerrieben werden“, so Möll.

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Tobias Kurtz / 01.07.2020 - 16:26 Uhr

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