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Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung

Warum die Hilfsmittelversorgung gesichert werden muss

Stationäre Strukturen entlasten: Die Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung (IGHV) setzt sich für die sichere ambulante Versorgung mit Hilfsmitteln zur Entlastung der Krankenhäuser ein.

Die IGHV erklärt in ihrem Positionspapier, dass Patienten u.a. dank orthopädischer Hilfsmittel schneller aus dem Krankenhaus entlassen und Operationen verhindert oder zumindest hinausgezögert werden können. Damit entlasteten die Hilfsmittelleistungserbringer die stationären Strukturen, um so die Bettenkapazitäten für COVID19-Patienten zu erhöhen.

„In Zeiten der Corona-Pandemie sind diese systemrelevanten Partner der ambulanten Versorgung Rettungsanker für die Aufrechterhaltung eines funktionierenden Gesundheitssystems.“

Damit diese Strukturen gesichert werden können, sei nach Auffassung der Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung folgender Rahmen erforderlich. Wörtlich heißt es in dem Positionspapier:

  • Die Hilfsmittelleistungserbringer müssen bei der Distribution der Schutzausrüstung berücksichtigt werden. Andernfalls können diese nicht die Versorgung am Patienten durchführen.
  • Als zentraler Stabilisator der ambulanten Versorgung eignen sich die Hilfsmittelleistungserbringer nicht als Quelle des Bezugs und der Beschaffung von Hilfsmitteln, sonstigen Medizinprodukten oder Schutzausrüstungen durch Beschlagnahme oder ähnliches. Dies ist in den entsprechenden Regularien sicherzustellen. Andernfalls können diese die Patienten nicht mehr ambulant mit Hilfsmitteln versorgen. In der Konsequenz wären Krankenhausentlassungen aufgrund fehlender Hilfsmittel teilweise nicht mehr möglich.
  • Es muss ein Ausgleich der Mindereinnahmen erfolgen, die infolge vorübergehender Schließungen oder geringerer Inanspruchnahme von Arztpraxen und aufgrund des Aussetzens elektiver Operationen entstanden sind. Ohne Gegenmaßnahmen ist mit unzähligen Geschäftsaufgaben und einer massiven Beeinträchtigung der wohnortnahen Versorgung mit Hilfsmitteln zu rechnen. Die Kompensationszahlungen müssen sich – analog der Regelungen für Kliniken und Ärzte – auch auf die Leistungserbringer und Hersteller von Hilfsmitteln erstrecken, um die zusätzlichen Vorkehrungskosten, z. B. durch die Beschaffung der Schutzausrüstungen auszugleichen.
  • Die Hilfsmittelleistungserbringer und -hersteller sind systemrelevante Partner der ambulanten Versorgung und als solche Teil der kritischen Infrastruktur. Sie müssen unter die entsprechenden Ausnahmeregelungen und Fördermaßnahmen eingebunden werden. Hierzu zählen die Sicherstellung der Produktionen, der freie und ggf. bevorzugte Warenverkehr sowie die Unterstützung der Arbeitnehmer durch Betreuungsangebote für Kinder

Mehr zur IGHV

Die Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung (IGHV) vereint einen Großteil der Leistungserbringerverbände der Hilfsmittelversorgung, so eine Vielzahl an Sanitätsfachhändlern, Orthopädie-, Reha- und Schuhtechnikern, Homecare-Unternehmen und die maßgeblichen Herstellerverbände von Hilfsmitteln und Medizinprodukten.

Diese Unternehmen stellen die ambulante Versorgung von Patienten u. a. mit enteraler und parenteraler Ernährung, Beatmungstherapien, flexiblen Rufsystemen sowie weiteren lebensnotwendigen medizinischen Hilfsmitteln sicher. Diese Versorgung wird durch die Pflegekräfte der Hilfsmittelleistungserbringer in der Regel direkt am Patienten in häuslicher Umgebung oder Pflegeeinrichtungen durchgeführt.

Die Mitglieder sind: Arbeitsgemeinschaft Orthopädieschuhtechnik (AGOS), Bundesfachverband Elektronische Hilfsmittel für Behinderte (BEH), Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), Bundesverband der Zweithaar-Spezialisten (BVZ), Egroh, Eurocom, Fachvereinigung Medizinprodukte (FMP), Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT), Qualitätsverbund Hilfsmittel (QVH), RehaKIND, Rehavital, Reha-Service-Ring (RSR), Sanitätshaus Aktuell AG, Spectaris, VVHC, Zentralverband Orthopädie-Schuhtechnik (ZVOS).

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Tobias Kurtz / 30.03.2020 - 17:03 Uhr

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