Wie entwickelt sich Rehakind weiter, Christiana Hennemann?
„Wir müssen den Familien und der Branche eine Stimme geben“
- 06.10.2025
- Tobias Kurtz
- 2 Minuten
„Wir müssen den Familien und der Branche eine Stimme geben“
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Die Fördergemeinschaft Rehakind feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Was im Jahr 2000 aus einem akuten Mangel an Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung entstanden ist, hat sich seither zu einer europaweit einzigartigen Plattform zwischen Fachhandel, Industrie, Medizin, Politik und Elterninitiativen entwickelt.
„Wir müssen den Familien eine Stimme geben. Wir müssen auch diesem Teil der Branche eine Stimme geben“, beschreibt Christiana Hennemann die Gründungsidee. Aus einem anfänglichen Ehrenamt wurde für die gelernte Journalistin bald ein zweites Berufsleben. Heute zählt der Verein mehr als 215 Mitglieder – darunter Hersteller, Sanitätshäuser, Selbsthilfegruppen und Freiberufler.
Die zunehmende Heterogenität der Mitgliederstruktur ist für Hennemann eine Herausforderung – aber auch ein klares Zeichen für die Relevanz des Themas. „Was uns eint, ist das Ziel, es wirklich besser zu machen – und dabei für die Branche auskömmlich zu halten.“
Dass Rehakind heute als etablierter Gesprächspartner in Politik und Selbstverwaltung wahrgenommen wird, verdankt sich auch dem langjährigen Engagement in der politischen Arbeit. Ein Beispiel ist die gesetzlich verankerte beschleunigte Genehmigung von Hilfsmittelverordnungen aus SPZ und MZEB – ein Erfolg, der allerdings in der Praxis noch nicht flächendeckend ankommt. „Das Thema ist noch nicht vom Tisch“, so Hennemann.
Um die Versorgungsqualität weiter zu verbessern, setzt Rehakind zunehmend auf internationale Studien. In einer neuen Datenbank werden wissenschaftliche Erkenntnisse aus Ländern wie Kanada, Australien und Skandinavien aufbereitet – mit dem Ziel, präventive und teilhabeorientierte Versorgungskorridore auch hierzulande besser belegen zu können. „Gerade in der Kinderversorgung ist der Blick auf die gesamte Lebensspanne entscheidend“, betont Hennemann.
Ein weiteres zentrales Standbein ist die Qualifizierung. Mit rund 900 Teilnehmenden pro Jahr bietet Rehakind ein breites Schulungsspektrum – von technischen Grundlagen bis hin zu rechtlichen Fragestellungen. Auch der Bedarfsermittlungsbogen mit ICF-Bezug, einst kritisch beäugt, findet heute verstärkt Eingang in die Verordnungspraxis.
Die nächsten Schritte sind bereits in Planung: Der Focus CP RehaKIND-Kongress 2026 soll unter dem Leitmotiv „Evidenz – Individualität – Praxis“ neue Impulse setzen. Erstmals wird es auch gezielte Angebote für Familien und Schulklassen geben – mit dem Ziel, den Fachkräftenachwuchs für die Kinderversorgung zu begeistern.
Für Hennemann ist klar: „Die Aufgaben verschieben sich, aber sie werden nicht weniger.“
Headerfoto: Christiana Hennemann (Foto: Rehakind)
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