Die aktuelle Marktbefragung der SH Healthcare Consultants zur Software-Nutzung im Hilfsmittelmarkt ist abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen eine dynamische Entwicklung, aber auch Herausforderungen, die je nach Unternehmensgröße und Softwarelösung unterschiedlich ausgeprägt sind.
„Die Umfrage zeigt deutlich: Unternehmen erwarten nicht nur funktionale Lösungen, sondern auch schnellen Fortschritt und zukunftssichere Systeme. Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, riskiert langfristig Wettbewerbsnachteile“, so Susanne Hausmann, Geschäftsführerin der SH Healthcare Consultants GmbH.
Die Zufriedenheit und Weiterempfehlung der Anwender wurde anhand des Net Promoter Score (NPS) gemessen. Mit einem Wert von -35,2 zeigt sich eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (-36,7), bleibt jedoch insgesamt im negativen Bereich. Nur 18% der Anwender würden ihre Lösung derzeit weiterempfehlen. Die hohe Streuung der Bewertungen zeigt, dass die Nutzererfahrung je nach Anbieter stark variiert.
3D-Druck und KI auf dem Vormarsch
Der Einsatz von 3D-Druckverfahren ist in der Branche weit verbreitet. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, mit dieser Technologie im Unternehmen zu arbeiten, wobei 54 % dieser Gruppe selbst in 3D-Druck investiert haben, 47% nutzen das Verfahren über Dienstleister, und 9% davon haben beide Möglichkeiten im Einsatz.
Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist im Sanitätshaus angekommen – knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer nutzt KI-gestützte Anwendungen. Eine Aufschlüsselung nach den verschiedenen Bereichen in der Auswertung zeigt, dass – wenngleich bisher erst bei 12 % der Teilnehmenden – auch zeitintensive Prozesse wie die Bearbeitung von Kundenanfragen mittlerweile konkret eingesetzt werden. Vergleiche mit anderen Branchen zeigen, dass Sanitätshäuser im Branchenvergleich in manchen Werten vorne liegen, was die KI-Nutzung betrifft.
Die Auswertung zeigt, dass eine Branchensoftware allein nicht alle Anforderungen der Betriebe abdeckt. 82% der Unternehmen setzen zusätzlich spezialisierte Softwarelösungen ein, die Prozesse effizienter gestalten, etwa in der Abrechnung, Dokumentation oder Prozesssteuerung.
eVerordnung: Zwei Entwicklungsstränge
Ein zentrales Zukunftsthema ist die Einführung der eVerordnung. Hier gibt es aktuell zwei parallele Projekte: Das „BIV-Projekt“ unter Federführung des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik mit Beteiligung verschiedener Marktakteure wird von Software-Anbietern überwiegend positiv bewertet. Das Projekt der Kostenträger wird aus Sicht der Anbieter zurückhaltender bewertet. Dennoch sind einige Anbieter an beiden Initiativen beteiligt, was darauf hindeutet, dass die Relevanz der eVerordnung erkannt wird, auch wenn die Umsetzung in verschiedenen Projekten ggf. noch als Herausforderung wahrgenommen wird.