Jährlich fängt die Branchenumfrage des Verbandes „Wir versorgen Deutschland“ (WvD) die Stimmung der Sanitätshäuser und orthopädie- und rehatechnischen Betriebe in Deutschland ein. In der Umfrage 2025 zeigt sich: Bürokratiebelastung, Fachkräftemangel und die Digitalisierung sind nach wie vor die Themen, die die Branche am meisten umtreiben.
Bürokratie-Belastung: Im vergangenen Jahr gaben knapp 69 Prozent der Unternehmen an, im Durchschnitt mehr als 30 Prozent ihrer Betriebszeit für bürokratische Aufgaben aufzuwenden, in diesem Jahr sind es 73 Prozent. Über 86 Prozent gaben zudem an, dass der bürokratische Aufwand gegenüber dem Vorjahr weiter zugenommen hätte. Etwa 88 Prozent erwarten zudem auch in Zukunft eine Zunahme der Bürokratiepflichten, nach 93 Prozent in 2024. Die größten Bürokratietreiber sind aus Sicht der Unternehmen die Vielfalt der unterschiedlichen Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen (89 Prozent) sowie die diversen Dokumentationspflichten gegenüber den Kostenträgern (85 Prozent).
Fachkräftemangel: Knapp die Hälfte (48 Prozent) der befragten Unternehmen geben an, davon stark oder sehr stark betroffen zu sein. Gleichzeitig gehen 86 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt in Zukunft verschlechtern wird, eine Steigerung von noch einmal fünf Prozent gegenüber 2024. Auch 2025 sehen mehr als drei Viertel durch diese Entwicklung perspektivisch die Versorgung mit Hilfsmitteln gefährdet. Besonders problematisch ist dabei die Fachkräftesituation in der Versorgung, also jenen Fachkräften, deren Arbeit nicht ersetzt, sondern bestenfalls bürokratisch entlastet werden kann. 91 Prozent der antwortenden Unternehmen geben an, dass dieser Bereich am stärksten betroffen ist.
Digitalisierung: Hier sehen sich rund 60 Prozent der Unternehmen gut aufgestellt. Stark gestiegen gegenüber 2024 ist der Wunsch nach einer Einbindung der Hilfsmittelleistungserbringer in das eRezept und damit die Telematikinfrastruktur. 2025 wünschen dies 41 Prozent gegenüber 18 Prozent in 2024.
Das sagt WvD zur Umfrage: „Der politische Handlungsdruck bei den Themen Bürokratieabbau und Fachkräftemangel bleibt unverändert hoch“, erklären dazu die WvD-Generalsekretäre Kirsten Abel und Patrick Grunau. „Umso wichtiger ist es, dass den Ankündigungen aus den Koalitionsgesprächen zur Vereinfachung bürokratischer Prozesse im Gesundheitsbereich zügig spürbare Verbesserungen für die Betriebe folgen. Bürokratische Entlastung bedeutet Entlastung für die Fachkräfte und damit mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten. Angesichts der Vorhaben einer stärkeren Ambulantisierung, besseren Versorgung in Stadt und auf dem Land und wirksameren Vermeidung von hohen Folgekosten, brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte und effiziente GKV-Prozesse für die Regelversorgung.“