„Gesundheitspolitische Entscheidungen brauchen belastbare Fakten statt undifferenzierter Debatten. Mit unseren Veröffentlichungen schaffen wir dafür eine fundierte Grundlage, Räumen mit Mythen auf und zeigen, wo in der Versorgungspraxis der Schuh drückt“, erklären die WvD-Generalsekretäre Kirsten Abel und Dr. Henning Schweer.
Die Hilfsmittelversorgung ist trotz steigender Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung kein Kostentreiber des Gesundheitssystems, teilt WvD mit. Ihr Anteil an den GKV-Gesamtausgaben bleibt seit Jahren stabil und lag 2025 bei 3,1 Prozent.
WvD kritisiert daher u.a. die pauschale Kürzung bestehender Vergütungsvereinbarungen um drei Prozent, die im Gesetzentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgesehen ist. Aus Sicht von WvD stehen die geplanten Maßnahmen in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Kostenentwicklung im Hilfsmittelbereich.
Die Broschüre macht die Bürokratielast in der Versorgung sichtbar: Bei der Versorgung mit einer konventionellen Kniebandage stehen beispielsweise 22 Minuten direkter Versorgungszeit 31 Minuten bürokratischer Aufwand gegenüber.
Zwei Drittel der Unternehmen geben in der Umfrage außerdem an, mittlerweile mehr als 30 Prozent ihrer Betriebszeit für bürokratische Aufgaben aufzuwenden. Als größte Belastungen nennen die Betriebe – wie bereits in den Vorjahren – die Vielzahl unterschiedlicher Verträge mit Krankenkassen sowie umfangreiche Dokumentationspflichten.
Auch der Fachkräftemangel bleibt laut Umfrage eine zentrale Herausforderung für die Versorgungssicherheit: Drei Viertel der Unternehmen erwarten eine weitere Verschärfung der Situation in den kommenden Jahren.
Im Bereich Digitalisierung zeigt die Erhebung ebenfalls Defizite auf. Insbesondere fehlende einheitliche Schnittstellen, Medienbrüche sowie die bislang unzureichende Einbindung der Hilfsmittelversorgung in das E-Rezept bremsen effiziente digitale Prozesse aus.
„Unsere Zahlen zeigen klar: Die Hilfsmittelversorgung ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem. Wenn die Politik die Versorgung sichern, Bürokratie abbauen und Innovation ermöglichen will, muss sie die Rahmenbedingungen für die Branche endlich konsequent verbessern“, betonen Kirsten Abel und Dr. Henning Schweer.