Der GKV-Spitzenverband hat dem Bundesgesundheitsministerium den neunten Bericht zur Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses für den Zeitraum März 2025 bis Februar 2026 vorgelegt. Ziel bleibt es, die Versorgung mit qualitativ hochwertigen und bedarfsgerechten Hilfs- und Pflegehilfsmitteln sicherzustellen sowie Transparenz und Verlässlichkeit im Markt zu stärken.
Im aktuellen Berichtszeitraum wurden 3.722 neue Produkte in das Verzeichnis aufgenommen, neun Produktgruppen fortgeschrieben und 1.596 Produkteinträge aktualisiert. Damit stehen gesetzlich Versicherten derzeit rund 47.825 Hilfsmittel in 42 Produktgruppen zur Verfügung. Jährlich profitieren sie in mehr als 32 Millionen Versorgungsfällen von den gelisteten Produkten.
„Unser neunter Fortschreibungsbericht zeigt deutlich, dass digitale Hilfsmittel, Pflegehilfsmittel und innovative Technologien längst fester Bestandteil der Versorgungspraxis sind und ihren Platz im Hilfsmittelverzeichnis haben. Neue Technologien, verbesserte Materialien und digitale Lösungen erhöhen die Lebensqualität der Versicherten nachhaltig. Damit die gesetzlichen Krankenkassen auch zukünftig alle GKV-Versicherten bedarfsgerecht mit Hilfs- und Pflegehilfsmitteln versorgen können, ist es wichtig, dass die Politik gemeinsam mit der Selbstverwaltung möglichst schnell die Hilfsmittelversorgung reformiert und wirksame Instrumente rechtssicher gestaltet. Nur so können wir die Ausgaben vertretbar gestalten und zugleich unsere Versicherten weiterhin auf hohem Niveau versorgen“, erklärt Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.
Innovationen von Mikroprozessor-Handorthese bis Anti-Dekubitus-System
Zu den neu aufgenommenen Produkten zählen unter anderem mikroprozessorgesteuerte Handorthesen zur Funktionsunterstützung. Die Handschuhe erfassen über Sensoren an Fingerkuppen oder Handinnenfläche Greifbewegungen und verstärken diese mithilfe künstlicher Sehnen und Elektromotoren – je stärker der Druck, desto größer die Unterstützung.
Ebenfalls neu gelistet sind peristaltisch gesteuerte Anti-Dekubitus-Liegesysteme für bettlägerige Patientinnen und Patienten. Ein elektromotorisch angetriebenes Rollensystem sorgt für einen kontinuierlichen Druckwechsel an den Auflagepunkten, während sich die gefederte Liegefläche an die Körperkontur anpasst und das Gewicht verteilt. Darüber hinaus wurden Aerosol-Inhalationsgeräte aufgenommen, die Medikamente vernebeln und sowohl Kinder als auch Erwachsene bei Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege unterstützen.
Sämtliche 42 Produktgruppen werden regelmäßig fortgeschrieben. In den Prozess sind neben Hersteller- und Leistungserbringerorganisationen auch Patientenvertretungen, medizinische Fachgesellschaften und Sachverständige eingebunden. Im Schnitt werden je Produktgruppe elf Organisationen um Stellungnahme gebeten.