Harninkontinenz ist ein Tabuthema, das viele Frauen betrifft und erhebliche psychosoziale Belastungen verursacht. Die digitale Therapie (DiGA) Kranus Mictera von Kranus Health will eine Lösung zur Symptomkontrolle und zur Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen bieten. Dabei verfolgt die Therapie einen ganzheitlichen Ansatz, der über den Beckenbodentrainer hinausgeht und zeitlich und örtlich ungebunden ist, teilt der Anbieter mit.
Der klinische Nutzen von Kranus Mictera wurde nun in der randomisierten, kontrollierten DINKS-Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Axel Haferkamp an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Universität Mainz belegt. Nach zwölf Wochen zeigten behandelte Patientinnen signifikante Verbesserungen in den Symptomwerten, in der Lebensqualität und der Patientensouveränität – 86,5% der Patientinnen erreichen eine Verbesserung ihrer Symptome (gemessen am ICIQ-SF) und 23% haben am Ende der Therapie keine Inkontinenz mehr. Für die prospektive, einfach verblindete Studie wurden 194 Teilnehmerinnen über 18 Jahre mit Stress-, Drang-, oder Mischinkontinenz im Verhältnis 1:1 in eine Interventionsgruppe (übliche medizinische Versorgung + Kranus Mictera) und eine Kontrollgruppe (übliche medizinische Versorgung) randomisiert. Die Ergebnisse wurden in Lancet Digital Health publiziert.
Mit einer Prävalenz von 15 % leiden in Deutschland ca. 50 % mehr Frauen als Männer unter einer der drei Hauptformen der Harninkontinenz: Belastungs- oder Stressinkontinenz, Dranginkontinenz und Mischinkontinenz. Obwohl die Häufigkeit von Harninkontinenz mit steigendem Alter zunimmt, betrifft die Erkrankung auch einen erheblichen Anteil der Frauen unter 60 Jahre. Bei jungen Patientinnen ist Harninkontinenz besonders häufig mit psychischen Komorbiditäten, wie Erschöpfung, Depression und Ängsten und einer eingeschränkten Lebensqualität verbunden. Dennoch bleibt der unkontrollierte Harnverlust häufig unbehandelt – aufgrund von Tabuisierung und Unterdiagnose, aber auch in Ermangelung praktikabler multimodaler Therapien. Zwar stehen für die Behandlung der verschiedenen Inkontinenzformen angepasste Therapieansätze wie Physiotherapie, Beckenbodentraining, Miktionsmonitoring, operative Verfahren, zur Verfügung. In der Praxis lassen sich die evidenzbasierten Empfehlungen für multimodale Therapieprogramme jedoch oft schwer umsetzen.
Um Frauen mit Harninkontinenz zu unterstützen, hat Kranus Health in Kooperation mit führenden Urologie-und Beckenbodentherapieexperten die digitale Therapie Kranus Mictera entwickelt. Kranus Mictera integriert dabei ein breites Spektrum empfohlener Behandlungsmaßnahmen, wie Blasentraining, Beckenbodentraining, ein digitales Miktionstagebuch sowie edukative Inhalte für ein besseres Krankheitsverständnis von Betroffenen. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz adressiert die digitale Therapie verschiedene Aspekte der Harninkontinenz und ermöglicht eine umfassende und patientenorientierte Therapie bei Stress-, Drang- und Mischinkontinenz. Die Übungen werden wöchentlich auf Basis des Patienten-Feedbacks individuell angepasst.