„Der Bundestag hat sich neu konstituiert, die Ausschüsse haben ihre Arbeit aufgenommen. Jetzt kommt es darauf an, unseren Handlungsbedarf zu adressieren und die Relevanz unserer Hilfsmittel zu zeigen. Sie helfen Millionen von Menschen und machen strukturelle Veränderungen im Versorgungsprozess überhaupt erst möglich: Ohne Hilfsmittel keine Ambulantisierung.“ Jürgen Gold, Vorsitzender der Eurocom, richtete damit auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am 10. Juli in Berlin das Wort in Richtung Bundespolitik und nahm dabei direkten Bezug auf die Positionierung der Herstellervereinigung für eine nachhaltige Verfügbarkeit und Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln: Der politisch gewollte Trend zu mehr ambulanten Eingriffen anstelle stationär vorgenommener Operationen setze Hilfsmittel voraus, so Gold. Dazu erklärt der Vorsitzende: „Hilfsmittel und ihre Rahmenbedingungen gehören auf die politische Agenda, denn wir stehen vor großen Herausforderungen angesichts von Kostendruck und überbordender Bürokratie. Begreifen wir es als Chance, mit Lösungsvorschlägen ein finanzierbares und innovationsoffenes Gesundheitssystem mitzugestalten. Gerade weil die Kassen leer sind, kommt es darauf an, nicht in Töpfen, sondern sektorenübergreifend zu denken, um Kosten zu senken. Unsere Botschaft ist klar: Mit qualitativ hochwertigen Hilfsmitteln werden wir am Ende sparen.“ Vor allem gelte es, bürokratische Hürden zu senken. Diese gab in der letztjährigen Mitgliederbefragung eine überwältigende Mehrheit (93 Prozent) als größtes Standortrisiko an.
Hilfsmittel auch für den Gesetzgeber wichtig
Wie kann sichergestellt werden, dass sich Patientinnen und Patienten jetzt und künftig weiterhin auf eine qualitativ hochwertige Hilfsmittelversorgung verlassen können – trotz anhaltenden Kostendrucks der gesetzlichen Krankenversicherung? Welche Lösungsansätze gibt es? Darauf ging Gastredner Andreas Brandhorst, Referatsleiter u. a. für die Hilfsmittelversorgung im Bundesgesundheitsministerium, ein. Dabei zeigte sich: Dass Patientinnen und Patienten von hochwertigen Hilfsmitteln profitieren, unterstreichen nicht nur die repräsentativen Bevölkerungsbefragungen des Instituts für Demoskopie Allensbach, zuletzt 2023, sondern dies hat sich auch als Grundhaltung des Gesetzgebers durchgesetzt. Brandhorst erklärt: „Mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz war ein Perspektivwechsel hin zu einer stärkeren Qualitätsorientierung in der Sicht auf die Hilfsmittelversorgung verbunden. Daher halte ich die Wiedereinführung von Ausschreibungen für nicht sehr wahrscheinlich. Denn mit ihnen werden Qualitätsdefizite in Verbindung gebracht. Und auch die Annahme, dass Ausschreibungen zu deutlichen Kosteneinsparungen führen könnten, ist umstritten.“
Gesamtvorstand bestätigt – neu an Bord: Philipp Schatz
Die Wiederwahl aller Vorstandskandidaten zeigt das große Vertrauen der Verbandsmitglieder in ihre Spitze. Für weitere drei Jahre im Amt bestätigt wurden der Vorsitzende Jürgen Gold (Geschäftsführer Julius Zorn GmbH) sowie die stellvertretenden Vorsitzenden Rainer Berthan (Vorsitzender des Vorstandes Bauerfeind AG), Stefan Geiselbrechtinger (CEO Oped GmbH) und Walter Michael Leuthe (Geschäftsführer Sporlastic GmbH). Neu in den Vorstand gewählt wurde Philipp Schatz (CEO medi GmbH & Co. KG). Er tritt damit die Nachfolge von Dirk Treiber an, der zum 30.6.2025 aus der Eurocom ausschied. Jürgen Gold betont in seinem Dankeswort für die einstimmige Wiederwahl: „Ich freue mich auf drei weitere spannende Jahre intensiver Zusammenarbeit, die durch das gekennzeichnet sind, was uns als Eurocom so stark macht: die Fähigkeit, an einem Strang zu ziehen. So erlebe ich den Diskurs mit meinen Kollegen im Vorstand. Dieses Miteinander verkörpern auch unsere Arbeitsgruppen.“
Die Strahlkraft der Geschlossenheit zeigt sich auch darin: Die Euroccom nimmt mit der Orthoservice Deutschland GmbH ein neues Mitglied auf.