Ärztlich verordnete Bandagen/Orthesen, orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind für die Patienten unverzichtbarer Bestandteil der Therapie. Ihr hoher Nutzen zeigt sich unter anderem darin, dass die Anwender dank der Produkte weniger Schmerzen haben, oft auf Medikamente verzichten können und operative Eingriffe vermieden oder zumindest hinausgezögert werden können. Insgesamt gewinnen Patienten dadurch spürbar an Lebensqualität. Außerdem sind medizinische Hilfsmittel eine gute Möglichkeit, die Einschränkungen und ärztlichen Versorgungsengpässe zu überbrücken, was während der Corona-Pandemie deutlich wurde. Und: Der Therapieerfolg ist eng mit der hohen Akzeptanz der Patienten, mit der guten Aufklärung der Ärzte sowie mit der persönlichen Beratung im Fachgeschäft verknüpft.
Das sind zentrale Ergebnisse der repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Eurocom. Befragt wurden im Januar und Februar 2023 rund 1.300 Frauen und Männer ab 16 Jahren in Deutschland, die ärztlich verordnete Bandagen/Orthesen, orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe tragen. Die Umfrage gibt umfassende Einblicke in die Anwendung, den Nutzen sowie die Produktqualität medizinischer Hilfsmittel – und zeigt, dass das Vertrauen in die Produkte noch weitergewachsen ist im Vergleich zur Umfrage 2019.
Konstant hohe Nutzung bei täglicher Anwendung über viele Stunden
Rund 12,1 Millionen Menschen in Deutschland (20 Prozent der Gesamtbevölkerung) tragen orthopädische Schuheinlagen – mit leicht steigender Tendenz (2019: 19 Prozent, 12 Mio.). Rund 5,9 Millionen (10 Prozent) nutzen ärztlich verordnete medizinische Kompressionsstrümpfe. Hier zeigt sich im Vergleich zur letzten Befragung ebenfalls ein Anstieg (2019: 8 Prozent, 5 Mio.). 11 Prozent der deutschen Bevölkerung tragen vom Arzt verordnete Bandagen bzw. Orthesen (6,8 Mio.) – und damit 1 Million weniger als 2019 (13 Prozent). Hier können Einflüsse der Corona-Pandemie eine Rolle spielen. Da Bandagen und Orthesen häufig im akuten Setting nach einer Sportverletzung sowie postoperativ eingesetzt werden, können die eingeschränkten Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten sowie das Verschieben elektiver Operationen während des Lockdowns Gründe für diesen Rückgang an verordneten Bandagen und Orthesen sein. 81 Prozent der Anwender von medizinischen Kompressionstrümpfen nutzen ihr Hilfsmittel (fast) täglich. Bei den orthopädischen Schuheinlagen liegt der Wert mit 84 Prozent ebenfalls sehr hoch und verdeutlicht die hohe Therapietreue der Anwender. Bandagen und Orthesen werden von 59 Prozent der Befragten (fast) täglich getragen. Der niedrigere Wert bei diesen orthopädischen Hilfsmitteln ergibt sich aus den Anwendungsgebieten von Bandagen und Orthesen: Sie werden häufig bei akuten Beschwerden und Verletzungen oder auch postoperativ eingesetzt, also bei zeitlich begrenzten Ereignissen. Kommen Bandagen oder Orthesen zum Einsatz, dann werden sie durchschnittlich 11,7 Stunden pro Tage getragen. Ähnlich hohe Werte geben die Träger von medizinischen Kompressionsstrümpfen (10 Stunden) und orthopädischen Einlagen (8,8 Stunden) an.