Der Abwärtstrend beim Gesamtumsatz und bei der Verordnungsanzahl in einem durchschnittlichen Sanitätshaus hat sich auch im zweiten Quartal verfestigt. Gegenüber dem bereits schwachen ersten Quartal des Jahres sank der Gesamtumsatz nochmals um 2,6 Punkte bei einer stagnierenden (niedrigen) Verordnungsanzahl. Auch der durchschnittliche Wert eines Rezeptes verliert gegenüber dem 1. Quartal 2,6 Punkte.
Der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum bestätigt ebenfalls die negative Jahrestendenz. Während der durchschnittliche Wert eines Rezeptes um 4 Punkte gestiegen ist, sinkt der Gesamtumsatz im "Sanitätshaus Mustermann" im 2. Quartal 2015 gegenüber dem 2. Quartal 2014 um 4 Punkte, da die Anzahl der Verordnung im Durchschnitt im Vergleichszeitraum um 8,5 Punkte niedriger ist.Bei der Beurteilung des im Jahresvergleich verbesserten Verordnungswertes muss berücksichtigt werden, dass der Basiswert das Jahr 2006 ist. Seit dieser Zeit sind natürlich viele neue Vergütungsvereinbarungen abgeschlossen worden, die offensichtlich aber nur mit geringen Erstattungspreiserhöhungen einhergegangen sind.
Der speziell in 2015 auffällige Abwärtstrend bei der durchschnittlichen Verordnungsanzahl ist weiter zu beobachten. Generell könnten die seit 2015 umgesetzten Ausschreibungen der Kostenträger sich hier negativ auf das "Sanitätshaus Mustermann" auswirken. Dies wäre dann ein Fingerzeig für ernsthafte Marktverschiebungen zu Lasten des durchschnittlichen Sanitätshauses, denn Ausschreibungsgewinner sind häufig Spezialisten oder größere Unternehmen und deren Abrechnungsdaten werden im GKV-Trendbarometer (nur IK 33-Betriebe, Deckelung beim Gesamtumsatz) nicht berücksichtigt.
In das GKV-Trendbarometer der Opta Data Abrechnungs GmbH, Essen, fließen Daten von ca. 1.200 orthopädietechnischen Betrieben und Sanitätshäusern ein.