GP: Wie sind Sie zu Ihren Ausbildungen gekommen?
Anna-Lena Cohrs: Ich wollte unbedingt etwas handwerkliches machen. Über eine Liste der Handwerkskammer bin ich dann auf den Beruf der Orthopädie Technikerin gestoßen. Nachdem ich den Beruf mithilfe von Praktika näher kennengelernt habe war für mich klar: das soll es sein. In der Ausbildung habe ich dann verschiedene Fachbereiche kennengelernt. Inzwischen beschäftige ich mich mit der Orthesenkonstruktion für Kinder. Zudem studiere ich an der Bundesfachschule für Orthopädietechnik und möchte bald auch meinen Meister machen.
Nadine Beck: Ich bin in meiner Ausbildung zur Kauffrau Büromanagement einmal durch alle Abteilungen gegangen, um auch das Unternehmen komplett kennenzulernen. Am Ende konnten wir in Absprache mit unseren Vorgesetzten Schwerpunkte nennen, in denen wir nach unserer Ausbildung eingesetzt werden. Bei mir war das der Fachbereich Medizintechnik. Später möchte ich dann auch meinen Fachwirt machen. Auf die Ausbildung aufmerksam geworden bin ich durch die Versorgung eines Familienangehörigen. Zudem hatte sich mein Ausbildungsbetrieb in der Schule vorgestellt.
GP: Wie hat Ihr privates Umfeld auf die Ausbildungsberufe reagiert?
Anna-Lena Cohrs: Zunächst war es für sie schon befremdlich. Orthopädietechnik ist ja leider recht unbekannt, und die meisten Menschen denken sofort an Prothesen. Aber wenn man in Gesprächen Beispiele nennt und aus dem Arbeitsalltag erzählt, dann finden die meisten das sogar ziemlich cool.
Nadine Beck: Mein Umfeld war zunächst verwundert, weil ich zuvor einige Praktika in großen Industriezweigen absolviert hatte und mich dann für eine verhältnismäßig kleine Branche entschieden habe.
GP: Gab es Probleme in Ihrer Ausbildung?
Nadine Beck: Nein, es gab keine Probleme, auch nicht wegen der Corona-Pandemie. Aber es war zu Beginn doch eine ziemliche Umstellung von den Schulbesuchen auf einen Bürojob. Acht Stunden vor dem Rechner zu sitzen sind am Anfang recht anstrengend und ungewohnt gewesen.
Anna-Lena Cohrs: Bei mir war es eher die Umstellung von einer sitzenden zu einer stehenden Tätigkeit, die mir anfangs Schwierigkeiten bereitete.
GP: Wie hat Corona Ihre Ausbildung beeinflusst?
Anna-Lena Cohrs: Zu Beginn hatte ich Bedenken wegen der Patientenkontakte. Ich bin aber meist in der Werkstatt und nicht im Außendienst tätig, also sind die Kontakte reduziert. Wenn ich mal mit dem Außendienst, zum Beispiel zum Gipsabdruck erstellen, mitgefahren bin, waren wir natürlich mit Maske unterwegs. Der schulische Teil der Ausbildung hat irgendwann nur noch online stattgefunden. Besonders schade fand ich, dass die OTWorld nur digital stattgefunden hat. Da wäre ich gerne vor Ort gewesen.
Nadine Beck: Natürlich hatten wir auch nur noch digitalen Unterricht, aber bei uns sind auch die Außentermine weggefallen und die Abteilungen wechseln konnten wir auch nicht mehr. Im Großen und Ganzen ist meine Ausbildung jedoch nicht beeinflusst worden. Wir arbeiten in getrennten Teams und müssen vor dem Betreten des Gebäudes Fiebermessen.
GP: Wie sind Sie auf den RehaVital Nachwuchspreis aufmerksam geworden?
Anna-Lena Cohrs: Die für mich zuständige Person im Unternehmen hat mich darauf aufmerksam gemacht. Mein Meister hat dann zusammen mit mir die Unterlagen ausgefüllt und losgeschickt.
Nadine Beck: Ich kannte den Preis schon von vorherigen Ausbildungsjahrgängen, zudem bekommen wir alle den Newsletter von RehaVital, da stand es auch drin. Unsere Personalerin hat dann die Azubis dazu angemeldet.
GP: Was werden Sie mit dem Preisgeld machen?
Anna-Lena Cohrs: Ich werde das Preisgeld in meine weitere Ausbildung stecken.
Nadine Beck: Ich möchte mit dem Preisgeld meinen Fachwirt finanzieren.
Das Interview ist ursprünglich in Ausgabe 3 des GesundheitsProfi erschienen.