Unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Braatz, Private Hochschule Göttingen / Universitätsmedizin Göttingen (UMG), und in Zusammenarbeit mit dem interdisziplinären, internationalen Programm-Komitee werden beim Kongress 2016 sämtliche Kernthemen der Hilfsmittelversorgung besetzt, teilt der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) mit.
"Bei der Zusammenstellung der Kernthemen der OTWorld 2016 folgte das Programm-Komitee konsequent den Herausforderungen, die der Alltag an die Hilfsmittelversorgung von Patienten stellt. So wird die Qualität der Versorgung maßgeblich durch die routinierte Arbeit im interdisziplinären Team, die Kommunikation mit Krankenkassen und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK), aber auch die erfolgreiche Werbung um kompetente und motivierte Nachwuchskräfte bestimmt", sagt Kongresspräsident Braatz.
Die Themenpalette mit Möglichkeiten zum vertieften Einblick auch in neueste Entwicklungen zählt mehr als 50 Vortragsblöcke und vorstrukturierte Symposien, acht Keynote-Vorträge und mehr als 20 (Praxis-)Kurse. Hinzu kommen neue Formate wie die Werkstattgespräche oder das "Offene Forum".
OTWorld: Fokus Sportler
In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) richtet der Weltkongress 2016 einen Fokus auf die Sportlerversorgung. Unter dem Vorsitz von Dr. Casper Grim und Orthopädieschuhmacher Fatmir Langmeier werden spezielle Probleme von Sportlern wie z. B. Achillessehnenreizungen oder das Tarsaltunnelsyndrom (Fersenschmerz) erörtert. Grim ist leitender Oberarzt an der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie des Klinikums Osnabrück und selbst leidenschaftlicher Radfahrer sowie achtfacher Teilnehmer beim Ironman-Triathlon. Fatmir Langmeier ist versorgender Orthopädieschuhmacher von Hanka Kupfernagel, 2008 Weltmeisterin im Radcross.
Ein spezielles Symposium "Der Sportlerfuß – Funktionsdiagnostik und Schuhzurichtung" widmet sich den speziellen Ansprüchen an den Sportschuh aus medizinischer Sicht. Die technischen Versorgungskonzepte stehen hierbei immer im Zentrum. Auch Überlastungsschäden am Sprunggelenk und Knie stellen Arzt und Techniker bei der Hilfsmittelversorgung von aktiven Sportlern immer wieder vor Herausforderungen. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Martin Engelhardt und Markus Rehm befassen sich Sportmediziner mit den Verletzungen an Knorpel, Sehne und Muskel. Im "Offenen Forum", ein neues Format des Weltkongresses, steht die Praxis der sportmedizinischen Betreuung im Behindertensport vier Monate vor den Paralympischen Spielen in Rio auf der Agenda. Paralympische Spitzensportler, Physiotherapeuten, Orthopäden und Techniker diskutieren hier in offener Runde und stellen sich den Fragen des Publikums.
OTWorld: Fokus Kinder
"Interdisziplinarität spielt in der Kinderversorgung die zentrale Rolle. Ohne die enge Abstimmung und ein von allen beteiligten Berufsgruppen und Betreuungspersonen getragenes Versorgungskonzept geht es hier praktisch nicht", ist Braatz überzeugt. Im Offenen Forum "Kinderfuß interdisziplinär" werde das Teamkonzept beispielhaft dargestellt. Das konzentrierte Symposium "Individuelle Rollstuhl-Versorgung – vom Kindesalter bis zum Erwachsenen" stellt unter der Leitung von Gerhard Marx und Prof. Dr. Thomas Wirth, Mitglied des Vorstands der Vereinigung Kinderorthopädie, die Möglichkeiten der Hilfsmittelversorgung in der Reha-Technik dar.
Neben der Qualität und Evidenz der Versorgung prägt der Kostendruck der Krankenkassen die Auseinandersetzung. Auch die Kostenträger müssen in den Dialog integriert werden. "Dieser Kongress möchte neue Impulse setzen und Perspektiven für eine konstruktive und erfolgreiche Kommunikation geben", erläutert Braatz. In einer Podiumsdiskussion unter der Überschrift "Gelungene Kinderversorgung – gelungene Kommunikation" widmen sich die Vorsitzenden Prof. Dr. Andreas Seidel von der FH Nordhausen sowie Alf Reuter, Vorstandsmitglied des BIV-OT, diesem Thema.
Fokus 3D-Technik
"Insgesamt freuen wir uns auf interessante Schlüsselthemen und neue Fragestellungen im Rahmen der OTWorld 2016. Auch die traditionellen Kernthemen der Technischen Orthopädie wie Prothetik und Orthetik werden in mehreren Symposien in der ganzen Breite präsentiert", erklärt Frank Braatz. Hochaktuell zeige man sich im Bereich Forschung/Neue Entwicklungen, hier werden in verschiedenen Symposien die neuesten Entwicklungen bei Werkstoffen, Fertigungsverfahren und -techniken, insbesondere im 3D-Druck-Bereich, dargestellt.
Die 3D-Technik sei im Moment in aller Munde. Sie verspricht die Quadratur des Kreises: Individuelle Fertigung soll mit 100-prozentiger Automatisierung verheiratet werden. Der Kongress widmet sich dem umstrittenen Fertigungsverfahren und gibt Zukunftsausblicke. Darüber hinaus wird der 3D-Druck auf der internationalen Fachmesse gezeigt, so dass ein direkter Blick in und auf die damit einhergehenden Möglichkeiten geboten wird. Dr. med. Urs Schneider, Leiter der Abteilung "Biomechatronische Systeme" beim Fraunhofer-Institut, ist als Keynote-Speaker mit dem Vortrag "Chancen und Herausforderungen der Fertigung in der Orthopädie-Technik von morgen" bestätigt. Das Symposium "Funktionsverbessernde Orthetik untere Extremität" unter Leitung von Merkur Alimusaj, Universitätsklinikum Heidelberg, wird sich mit der Beschreibung schwerer Fehlstellungen und ihrer Korrekturversorgung beschäftigen.