Die Leistungserbringer-Gemeinschaft fordert von den Krankenkassen daher Augenmaß und Preisstabilität. "Alles andere gehe langfristig zu Lasten der Patienten", heißt es in einer Mitteilung an die Presse.
Im Bereich der Reha-Produkte sollen rund 30 Prozent des RehaVital-Beschaffungsvolumens – zusammen 27 bis 29 Mio. Euro – von den Preiserhöhungen der Hersteller betroffen. Das sind laut Unternehmen praktisch alle Rollatoren bis auf die Modelle von Topro, die in Norwegen produziert werden, alle Standard-Stahlrollstühle, jeweils über 90% der Leichtgewichtrollstühle, Scooter und Toilettenrollstühle, mehr als 80% der Lagerungs-/ Multifunktionsrollstühle sowie knapp 30% der E-Rollstühle.
Zwar sei es RehaVital durch Verhandlungen, langfristig ausgelegte Vereinbarungen mit verbindlichen Abnahmemengen sowie hohe Marktanteilen bisher weitgehend gelungen, Preiserhöhungen zu vermeiden bzw. zu verschieben, jedoch müsse mittelfristig damit gerechnet werden, wenn sich der Euro nicht erholt.
Von den wechselkursbedingten Preiserhöhungen seien nahezu alle RehaVital-Mitglieder betroffen. Deshalb fordert RehaVital-Geschäftsführer Ralf Kaspar Kemmerling die Krankenkassen auf, Augenmaß zu behalten und nicht länger zu versuchen, die Preise für Hilfsmittel zu drücken. Zumindest Preisstabilität sei notwendig, wenn gute Patientenversorgungen auch in Zukunft gewährleistet werden sollen. Kemmerling: "Es kann nicht der Wille der Kassen sein, diese Risiken auf die Schwächsten in dieser Kette, nämlich die Patienten, abzuwälzen. Darum fordern wir die Krankenkassen auf, mit uns in einen Dialog zu entsprechenden Lösungsansätzen einzutreten. Das ist von elementarer Bedeutung für die gesamte Branche und die Patienten."
Zudem suche die Rehavital nach alternativen Bezugsquellen, um mittelfristig aus der direkten Dollarkurs-Abhängigkeit zu kommen und langfristige Planungssicherheit zu erreichen.