Ein trübes Bild tauchte immer wieder auf: Der Schlaganfallpatient – stationär professionell versorgt – wird entlassen und fällt in ein schwarzes Loch. Dort lebt er mit Ratlosigkeit und gesundheitlichen Rückschlägen. Letztlich folgen Kosten, die eigentlich vermeidbar gewesen wären. Um diesem Automatismus Einhalt zu gebieten, hat RehaVital eine Qualitätsinitiative für die Versorgung von Schlaganfall-Patienten mit Hilfsmitteln erarbeitet. Das diesjährige RehaVital-Zukunftsforum Managed Care Anfang Juli in Berlin widmete sich dem Thema Schlaganfall. Es stand unter dem Motto "Brücken bauen".
"Während früher das moderne Produkt und die handwerkliche Perfektion im Fokus standen, schauen wir jetzt zunehmend auch auf die Prozesse", erläuterte Dr. Richard Kollisch, Geschäftsführer der RehaVital Gesundheitsservice GmbH in seiner Begrüßung den Trend, der das Thema bestimmte. Als Beispiele nannte er unter anderem den Einsatz von kompetenten Außendienstmitarbeitern. "Allerdings birgt das noch immer Konflikte: Nach wie vor fehlt es an Kriterien für die Bezahlung unserer Dienstleistungen, die über die Anlieferung von Produkten weit hinausgehen." Eine Versorgung sei nur erfolgreich, so Kollisch, wenn alle Leistungserbringer in einem Netzwerk zusammenarbeiten und dabei einander auf Augenhöhe begegnen. Besonders wichtig sei dabei, Kennziffern zu entwickeln und den Outcome zu messen. "Kennzahlen ermöglichen es uns, die Ergebnisse unserer Arbeit zu messen, eventuell nachzujustieren und unsere Argumente in der Diskussion mit Krankenkassen und politischen Entscheidungsträgern zu untermauern."
RehaVital: Ergebnisse der Arbeitssitzung
Die Schlussrunde des Zukunftsforums verdeutlichte noch einmal die ganze Kompliziertheit der Thematik. In einer Arbeitssitzung hatten die Teilnehmer in den Raum geworfen, welche Aspekte sie für besonders wichtig halten. Schnell beschrieb die Assistentin vier große Bögen mit Stichworten: "Entwicklung von Versorgungspfaden, Definition von Dienstleistungen, Best Practice-Beispiele identifizieren, Potentiale des Fachhandels hervorheben, Daten generieren und Versorgungsforschung anstoßen, Leitlinienbeteiligung einfordern, Strategische Allianzen schmieden …" Dann galt es zuzuordnen: Welche Überlegungen sollten in Richtung Politik weitergleitet werden? Welche Probleme müssten in Eigenverantwortung gelöst werden? Wo sind Versorgungsbrüche zu markieren und zu überbrücken? Wie lassen sich Wissensdefizite der Patienten reduzieren? Bald überzog ein Gespinnst aus Pfeilen die Stichwortsammlung. Knifflig wurde das Ganze durch die Vielzahl der Ebenen, Akteure und Adressaten sowie der ins Auge zu fassenden Zeiträume. Nicht alles, was ursprünglich auf dem Wunschzettel an die Politik geraden war, blieb dort. Manches wanderte in die Rubrik Eigenverantwortung. Die vier großen Bögen mit den "Hausaufgaben" jedenfalls werden – so ließ die Stimmung auf dem Zukunftskongress vermuten – nicht eingerollt hinter den Regalen der RehaVital-Zentrale verstauben.
Eine ausführliche Berichterstattung finden Sie in der August-Ausgabe von GesundheitsProfi