„Kassen werden jeden Euro umdrehen und einsparen müssen“
Im Zuge der neuen Regierungsbildung steht die künftige Verteilung der Finanzen auf dem Prüfstand. Absehbar sei, dass die meisten Gelder in die Rüstung gehen werden und umso weniger Geld für die Gesundheitspolitik bleiben wird. Im Bereich der Krankenkassen werde sich die Sparpolitik weiter zuspitzen. „Die Gesetzlichen Krankenkassen hatten bereits im vergangenen Jahr ein Defizit von über 6 Milliarden Euro“, erklärt Ole Gustafsson, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der Rehavital. „Die Ausgangslage ist somit schon bedenklich und die Kassen werden jeden Euro umdrehen und einsparen müssen.“
Damit ergäben sich erschwerte Vertragsverhandlungen. „Wir rechnen insgesamt mit weniger Bekanntgaben für neue Verträge. Bei den Verhandlungen selbst wird es unserer Ansicht nach verstärkt dazu kommen, dass sich Krankenkassen für Verhandlungen zusammenschließen. Unsere große Sorge ist zudem, dass Open House-Verträge im Homecare-Bereich in der Wundversorgung zunehmen werden, was zulasten der regionalen Versorgung gehen kann“, so Gustafsson. Strengere Abrechnungsprüfungen würden die Folge der Sparpolitik sein. Die Rehavital sensibilisiert deshalb ihre Mitglieder für eine eigene strengere Kontrolle ihrer Versorgungsprozesse und Abrechnungen.
Einkaufsvolumen steigt
„Das Einkaufsvolumen der Rehavital ist mit +6 % in 2024 erneut stabil gewachsen, wobei der Wachstumsmotor der Bereich der klassischen Sanitätshausprodukte und die Orthopädietechnik war“, berichtete Frank Strobel, Bereichsleiter Beschaffungsmanagement der Rehavital. „Auch neue Lieferanten und Mitglieder haben erheblich zu diesem Wachstum beigetragen.“
Die Rehavital verhandele derzeit intensiv neue Hersteller-Rahmenverträge. Neben obligatorischen Änderungen, die sich aus aktuellen Gesetzgebungen ergeben haben, achte die Verbundgruppe darauf, dass lieferantenübergreifend möglichst einheitliche Regelungen gefunden werden sowie Verantwortlichkeiten präzise und für die Mitglieder transparent sind. „Insbesondere regulatorische Anforderungen sind eine Bürde für Mitglieder und Lieferanten gleichermaßen und müssen partnerschaftlich auf Augenhöhe gestemmt werden“, betont Strobel.
Kristof Schüch, Chief Digital Officer, berichtete über den Relaunch der Intranet-Plattform „reviDacon“. Das neue B2B-Portal stehe in den Startlöchern und punkte unter anderem mit einem neuen, ansprechenden Design, das auch mobil optimiert sei. Zudem bietet das es zukünftig einen neuen Marktplatz mit allen Kooperationspartnern der Rehavital, um deren Mitgliedern exklusive Mehrwerte bieten zu können. Auch in Zukunft werde die Rehavital stark in die Digitalisierung investieren.