RehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn stellte eine erste Hochrechnung des Einkaufsvolumens 2019 vor. Demnach verzeichnete die RehaVital nach eigenen Angaben ein Plus von 8% auf 402 Mio. Euro. „Besonders freut uns, dass wir neben dem Einkaufsvolumen auch die Gruppenbonusquote auf hohem Niveau erneut steigern konnten“, betont Sellhorn.
In allen Warenbereichen konnte die RehaVital wachsen. Die Orthopädietechnik lag dabei mit 12% an der Spitze, dicht gefolgt vom Rehabereich mit 10%. Die Bereiche Sanitätshaus und Medizintechnik konnten ein Plus von 8% verbuchen, der hart umkämpfte Homecare-Bereich wuchs um 2%.
Nicht nur auf Zahlenebene sieht sich die RehaVital auf einem guten Kurs. Die Verbundgruppe verweist auf eine gesteigerte Sichtbarkeit im Markt und werde als Thementreiber wahrgenommen. So konnte das ehemalige RehaVital-Mitglied Wilhelm Luttermann GmbH & Co. KG zurückgewonnen werden. Auch über die deutschen Grenzen hinaus ist die RehaVital mittlerweile aktiv und nahm als erstes österreichisches Unternehmen die Tappe Gruppe auf. Zu ihr gehören die Firmen Tappe, Kostner sowie Danner.
Politische Arbeit
Die RehaVital positioniert sich verstärkt in Berlin und habe sich kontinuierlich ein Netzwerk zu Gesundheitspolitikern aufgebaut. Auf diesem Weg will sie wichtige Themen, wie z.B. die Teilhabe der Hilfsmittel-Leistungserbringer am eRezept, mitgestalten. „Auf dem politischen Parkett haben wir signifikant an Sichtbarkeit gewonnen“, sagt Patrick Grunau, Fachbereichsleiter Unternehmenskommunikation und Marketing. „Auch persönliche Kontakte für eine engere thematische Zusammenarbeit konnten wir knüpfen, z.B. mit Dr. Roy Kühne. Gemeinsam können wir noch besser die Belange unserer Mitglieder vorantreiben. Ein besonderer Erfolg ist für uns, dass wir mittlerweile auch aktiv von Politikern nach unserer Meinung gefragt werden. Das zeigt, dass unsere Stimme nicht nur im Markt, sondern auch auf politischer Ebene Gewicht hat.“
RehaVital: Krankenkassenmanagement
Nach dem Ausschreibungsende im Hilfsmittelbereich standen für die RehaVital verschiedene Vertragsneuverhandlungen mit den Krankenkassen an. Dabei sehe sie sich immer wieder gezwungen, im Interesse ihrer Mitglieder Verhandlungen abzubrechen oder rechtliche Schritte einzuleiten. „Uns ist wichtig, dass die verhandelten Preise eine gute Versorgungsqualität der Patienten gewährleisten. Zudem verhandeln wir ja im Namen unserer Mitglieder und vertreten deren Interessen“ erklärt Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement. „Leider ist es in einigen Fällen unmöglich, dabei mit den Krankenkassen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Dann müssen wir entsprechende Konsequenzen ziehen.“
Artikelstammdaten-System kommt
Auf dem Weg der Digitalisierung zieht die RehaVital in die „heiße Phase der Entwicklung ihres zentralen Artikelstammdaten-Systems (kurz ZAST)“ ein. Das System soll zur Gesellschafterversammlung Ende Juni 2020 in den Einsatz gehen. Mitglieder und Lieferantenpartner sollen von der neuen digitalen Plattform durch tagesaktuelle Preis- und Konditionsangaben sowie schnellen, zentrale Bestellmöglichkeiten profitieren. Weitere Dienstleistungen sollen die Plattform sukzessive erweiter. Diese werden dann unter dem neuen Markennamen ReviDacon (RehaVital Data Connect) zusammengefasst. „Die Plattform ReviDacon wird nicht nur das Artikelstammdatensystem umfassen, sondern auch Services zum Daten- und Vertragsmanagement des Krankenkassenmanagements“ präzisiert Detlef Kirschner, Bereichsleiter Organisationsentwicklung. „So führen wir zwei unserer Kernkompetenzen, den Einkauf und das Krankenkassenmanagement, unter einem Dach zusammen und machen einen großen Schritt nach vorn in der Digitalisierung unserer Leistungen.“
Mit vor Ort war auch Frank Strobel, neuer stellvertretender Bereichsleiter des Beschaffungsmanagements. Er wird den Bereich vorerst gemeinsam mit Jens Sellhorn führen, der noch einige seiner Projekte selbst zu Ende bringt. Aber auch nach Abgabe der Geschäftsbereichsleitung wolle Sellhorn nahe am Einkauf arbeiten.
Die Mitglieder drückten ihre Zufriedenheit mit dem aktuellen Kurs der RehaVital in ihrem Feedback aus: Die einzelnen Geschäftsbereiche erhielten im Schnitt die Schulnote 1,7. Darüber hinaus hätten die Mitglieder der Zentrale nicht nur konstruktive Anregungen gegeben, sondern auch viele bestätigende Kommentare, so weiter zu machen, wie bisher.