Neue Konzepte für die Zukunft der Gemeinschaft, Überlegungen zu zukünftigen Gesellschafter- und Mitgliederstrukturen sowie Neuwahlen im Aufsichtsrat bestimmten die diesjährige Gesellschafterversammlung der RehaVital Gesundheitsservice GmbH am 19. Juni in Hamburg. Dies teilte die Leistungserbringergemeinschaft mit.
Die RehaVital-Führungsmannschaft hat zusammen mit dem Aufsichtsrat an einer Zukunftsstrategie gearbeitet, die Ziele für das Jahr 2020 setzt sowie die dafür notwendigen Zwischenziele und Aufgaben enthält. Das Konzept wurde bei der Gesellschafterversammlung präsentiert. "Wir befinden uns in einer ‘Zeitenwende’;" betonte der Vorsitzende des RehaVital-Aufsichtsrats Detlef Möller. "Wir wollen auch in fünf Jahren Marktführer unter den Verbundgruppen sein und richten uns deshalb jetzt mit unserer Zukunftsstrategie 2020 darauf aus."
Zusammengefasst sollen bis 2020 folgende Ziele erreicht sein:
– Marktführerschaft im Einkauf, im Krankenkassenmanagement und im Dienstleistungsangebot
– Kostenführerschaft durch ein optimales Kosten-/Nutzenverhältnis von RehaVital-Kosten zu den für die Mitglieder erreichten Erträgen
– Kompetenzführerschaft in allen Leistungsbereichen
– Prozessführerschaft durch Optimierung aller Geschäftsprozesse mittels vollständiger elektronischer Abwicklung aller relevanten Geschäftsvorgänge und Prozesse
Dafür will die Gemeinschaft das Wissen ihrer Mitglieder in Fachgruppen und bei generellen Aufgaben einbeziehen. Sie will individualisierte Unterstützung sowie zusätzliche Leistungen bieten und gegenüber den Leistungsträgern gezielter und differenzierter auftreten.
Die Gemeinschaft will das Einkaufsvolumen von ca. 330 Mio. Euro im Jahr 2014 auf über 500 Mio. im Jahr 2020 steigern. Zudem will sie ihren Mitgliedern eine optimale Bonusquote bieten. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Betriebe gerecht zu werden, sollen Konditionssysteme für jede Mitgliedsgröße und Spezialisierung erarbeitet werden. Ziel des Beschaffungsmanagements sei, beste Einkaufskonditionen zu verhandeln und weiterhin Marktanteile zu gewinnen.
Der Bereich Krankenkassen-/Vertragsmanagement soll stärker vertrieblich ausgerichtet werden. "Der Erfolg der Betriebe liegt zu einem bedeutenden Teil in der Marge zwischen der Einkaufsleistung der RehaVital und den Ergebnissen des Vertragsmanagements mit den Kostenträgern", erklärte RehaVital-Geschäftsführer Ralf Kaspar Kemmerling. Gegenüber den Krankenkassen sollen unter anderem eigene Versorgungskonzepte erarbeitet und entsprechende Verträge geschlossen werden. Den Mitgliedsbetrieben sollen ein eigenes Vertrags-Beitrittsmanagement sowie umfassende Informations-, Beratungs- und Unterstützungsleistungen geboten werden.
Das Beratungs- und Schulungsangebot zur Optimierung der Prozessabwicklung soll ausgebaut werden. Ziel sei, die Teilnehmerzahlen bis 2020 zu verdoppeln, den Mitgliedern Prozess- und Qualitäts-Kennzahlen zur Verfügung zu stellen und sie bei strategischen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen zu unterstützen. Bis 2020 werde das Beratungsangebot zur Unternehmensberatung ausgebaut, kündigt RehaVital an.
Das Marketing soll die Marktpositionierung der Gemeinschaft und der Mitglieder stärker unterstützen und ihnen individualisierbare Instrumente für die interne und externe Kommunikation bieten. "Wir wollen jedem Mitglied genau die individuelle Unterstützung anbieten, die es für sein Unternehmen und seine Positionierung am Markt benötigt", erklärt Kemmerling.
Um die Schlagkraft zu erhöhen, werde die interne Organisation und IT optimiert. Dafür soll ein IT-gestütztes datenbasiertes System geschaffen werden, das alle Informationen und Beratungsleistungen für Mitarbeiter der Mitgliedsbetriebe zugänglich macht und schnelles Reagieren auf die unterschiedlichen Anforderungen der Leistungsträger sowie einfache und kosteneffiziente Abrechnung der Verträge ermöglicht.
Gesellschafter- und Mitgliederstruktur wird überarbeitet
Als zweites Hauptthema standen erste Gedanken für eine neue Gesellschafter- und Mitgliederstruktur auf der Tagesordnung. Eine Mehrheit von über 90 Prozent der Delegierten unterstützte die präsentierte Grundidee und beauftragte Geschäftsführung und Aufsichtsrat damit, bis zur nächsten Gesellschafterversammlung im Juni 2016 ein differenzierendes Integrationskonzept zu erarbeiten.
Die Rehavital begründet die Initiative mit den steten Veränderungen in der Branche, die von Konzentration, Allianzgründungen, Fusionen, Filialisierung und dem Abschmelzen des Mittelstands geprägt seien. Dem entsprechend heterogen zeigt sich die RehaVital: vom kleinen Familienunternehmen bis zum investorengetriebenen Konzern, vom Spezialisten bis zum Allrounder und vom regionalen bis überregionalen Anbieter. "Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung in den nächsten Jahren weitergeht", erklärte Detlef Möller. Da RehaVital in dieser Situation als Verbundgruppe stark und handlungsfähig bleiben wolle, müsse ihre Struktur gestärkt werden.
Die Grundidee des Nutzen- und Integrationsmodells sei deshalb, die gemeinsamen und die verschiedenen Interessenlagen aller Mitgliedsunternehmen zu berücksichtigen und ein verbessertes und differenziertes Leistungsbild zu konzipieren. Individualisierte und differenzierte Leistungen, die die jeweiligen Interessenslagen der Mitgliedsbetriebe berücksichtigen, sollen RehaVital weiter stärken.
Wahl des Aufsichtsrats
Mit dieser Gesellschafterversammlung endete die Amtszeit des bisherigen Aufsichtsrats. Die Neuwahlen ergaben einige Veränderungen. Der neue Aufsichtsrat besteht nun aus folgenden Personen: Detlef Möller (Stolle Sanitätshaus, Hamburg) – wiedergewählt als Vorsitzender des Aufsichtsrats, Roland Schmid (Brillinger, Tübingen), Udo Nachtmann (Storch und Beller & Co., Karlsruhe), Harald Fischer (Sanitätshaus Fuchs + Möller, Mannheim), Alexander Pohl (Häussler Medizin- und Rehatechnik, Ulm), Frank Hodey (VitalCentrum Hodey, Kamp-Lintfort), Wolf-Rüdiger Schmauder (Hartlieb, Göppingen), Ralf Lettermann (Sanitätshaus Lettermann, Viersen), Hermann Reiß (Sanitätshaus Reiss, Regensburg).
Als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung wurde Jörg Kowsky (Sanitätshaus Kowsky, Neumünster) wiedergewählt.