Bei der Veranstaltung präsentierten sich erneut junge Unternehmen vor dem Publikum und zeigten auf, welches Potenzial die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche mit sich bringt. Die Zuschauer nutzten im Nachgang die Möglichkeit, mit den Präsentierenden und auch untereinander in den Austausch zu gehen.
Das Herzstück des Pioneers Lab ist laut RehaVital der an die Präsentationen anknüpfende Austausch aller Vortragenden und Besuchern in lockerer Atmosphäre, ganz im Sinne eines After-Work-Events.
Den Anfang der Präsentationsreihe machte eine App, die die Gesundheitsversorgung bei Lipödem verbessert. Gründer des Start-ups LipoCheck sind die beiden Schwestern Anina Langhans und Helena Rapprich zusammen mit Vater Dr. med. Stefan Rapprich. Die signifikant steigenden Erstbesuch-Anfragen zum Thema Lipödem in der Praxis von Dr. Rapprich gaben den Anreiz für eine KI-gestützte App, die Betroffenen eine Hilfestellung im Alltag bietet: von der Erkennung über die Aufklärung bis hin zur Dokumentation. Insbesondere die digitale Dokumentation spart viel Zeit in den Arztpraxen, ermöglicht eine Bewertung des Krankheitsverlaufs und gezielte Therapien. Ein erwünschter Nebeneffekt sei zudem, dass Fehldiagnosen in der Erstberatung reduziert und übergreifend ein objektives Bewusstsein für die Krankheit geschaffen wird. Der Soft-Launch erfolgte vor wenigen Wochen und LipoCheck stößt seitdem laut der Gründer auf großen Zuspruch bei Ärzten und auch Krankenkassen.
Im zweiten Vortrag des Abends präsentierte Lars Eschenburg von Osentec eine intelligente Einlegesohle zur Prävention des diabetischen Fußsyndroms. Die smarte Einlage ist mit einem hauchdünnen und hochflexiblen Sensornetz ausgestattet, das die Temperatur der Fußsohlen misst. Temperaturdifferenzen könne beispielsweise ein Indikator für beginnende Entzündungen sein. Die Daten werden über eine App getrackt und dienen zur Prävention und Kontrolle für Patienten und auch behandelnde Ärzte.
Auch das Unternehmen Munevo möchte die Zukunft mitgestalten. Die Steuerung eines Rollstuhls erfolgt in der Regel manuell. In einigen Fällen bedarf es jedoch einer „Sondersteuerung“, die ohne Hände oder Arme bedient werden kann. Michael Avila Rodriguez und sein Team haben sich während des Studiums dieser Thematik angenommen und eine Smartglass-Technologie für die Rollstuhlsteuerung entwickelt.