Rückenorthesen: Eurocom veröffentlicht Analyse des IGSF Kiel
Studien belegen laut des Instituts für Gesundheits-System-Forschung (IGSF) Kiel: Rückenorthesen mindern Schmerzen und verbessern die Lebensqualität.
27.04.2016
Tobias Kurtz
2 Minuten
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Orthesen würden von den Patienten nur selten getragen, seien medizinisch kaum wirksam und ließen zudem wissenschaftliche Wirkungsnachweise vermissen – so lautet ein häufiger Vorwurf, der insbesondere von Kostenträgerseite immer wieder geäußert wird. Dabei spricht nicht nur die Verordnungspraxis eine andere Sprache, teilt die Herstellervereinigung Eurocom mit. Allein bei der Volkskrankheit "Kreuzschmerz" und bei Osteoporose werden jedes Jahr rund 600.000 spezielle Rückenorthesen verordnet. Für die Wirksamkeit der Orthesen sprechen auch zahlreiche wissenschaftliche Belege, wie eine aktuelle Analyse des Instituts für Gesundheits-System-Forschung (IGSF) Kiel ergab im Auftrag der Eurocom ergab.
Das IGSF wertete Dokumente aus, die von Seiten der Hersteller bei der Anmeldung einer Orthese für das Hilfsmittelverzeichnis vorgelegt werden müssen. Dabei wurde sich auf die Indikationen Kreuzschmerz und Osteoporose konzentriert. Insgesamt 68 wissenschaftliche Studien, Anwendungsbeobachtungen, ärztliche Gutachten sowie technische und biomechanische Wirksamkeitsnachweise stellten die Mitgliedsfirmen der Eurocom dem IGSF zur Verfügung. Zusätzlich wurde eine Auswahl fachspezifischer Literatur ausgewertet.
IGSF-Studie bescheinigt Schmerzreduktion
Das Ergebnis der Analyse: Sowohl die Patienten als auch die behandelnden Ärzte bescheinigten den Rückenorthesen, eine deutliche Reduktion der Schmerzen, eine gesteigerte Aktivität im Alltag sowie geringeren Schmerzmittelgebrauch bewirkt zu haben. Die Patienten beschrieben zudem eine deutlich gesteigerte Lebensqualität, die einerseits auf den medizinischen Effekten, andererseits auf der hohen Zufriedenheit mit Tragekomfort und Handhabbarkeit der Orthesen basierte.
Wer eine Rückenorthese trägt, muss nicht befürchten, dass seine Muskelkraft schwindet. Im Gegenteil: die sensomotorische Muskelfunktion bleibt trotz der eingeschränkten Beweglichkeit durch die Orthese erhalten. Auch andere unerwünschte Nebenwirkungen wie Druckstellen oder Abschnürungen sind bei Orthesen nicht zu befürchten. Die Eurocom bilanziert: "Der Vorwurf, es gäbe keine wissenschaftlichen Belege für medizinische Hilfsmittel, lässt sich angesichts der Fülle von Unterlagen, die das IGSF ausgewertet hat, nicht aufrecht erhalten."
Die vollständige Analyse des IGSF mit dem Titel "Sichtung, Sammlung und Auswertung der verfügbaren Belege zur Wirksamkeit von Orthesen bei Kreuzschmerz sowie bei Osteoporose" steht auf der Internetseite derEurocomzum Download zur Verfügung.
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