Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil des Vertrags. Hersteller, Leistungserbringende und Krankenkassen verpflichten sich, den Rücknahme- und Aufbereitungsprozess gemeinsam umzusetzen und ressourcenschonend zu arbeiten. Das Pflegebett verursacht laut Anbieter über seinen gesamten Lebenszyklus rund 80 Prozent weniger CO2. Der Hauptgrund: Nach etwa acht bis zwölf Jahren Nutzung wird es vollständig refurbished und kann weiterverwendet statt entsorgt werden.
Das nachhaltige Pflegebett ist bisher ausschließlich in Nordrhein-Westfalen – perspektivisch laut Krankenkasse aber bundesweit – zu erhalten. Weitere Händler und Hersteller können dem Vertrag bundesweit beitreten, so die SBK in einer Mitteilung.
„Für uns ist der Vertrag zum nachhaltigen Pflegebett auch ein Signal in die Hilfsmittelbranche: Nachhaltige Prozesse und Kreislaufwirtschaft sind möglich“, betont Dr. Gertrud Demmler, Vorständin der SBK. „Die Lebenszyklen von Gesundheitsprodukten zu verlängern bzw. zu erneuern und möglichst wenig Einwegprodukte einzusetzen, ist im Gesundheitswesen absolut notwendig. So können enorme Müllmengen gesenkt und ein wichtiger Beitrag des Gesundheitswesens zum Erreichen der deutschen Klimaziele geleistet werden.“
Nachhaltigkeit als Antwort auf die finanzielle Lage
Auch die angespannte finanzielle Lage des Gesundheitswesens erfordert es, neue Wege zu gehen. Investitionen in Nachhaltigkeit können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Besonders dann, wenn die ökologischen Folgekosten miteinbezogen werden. Denn die gesundheitlichen Folgen von Umweltverschmutzung und Klimaveränderung treffen das Gesundheitswesen direkt. Zudem soll die ressourcenschonende Wiederaufbereitung der Produkte langfristig Kosten einsparen.
Gerade bei Hilfsmitteln bietet Kreislaufwirtschaft großes Potenzial. Doch noch zeigt die Branche hier wenig Initiative. Viele Produkte wie Gehhilfen oder Rollatoren landen nach dem Gebrauch im Keller statt zurück im Sanitätshaus. Laut einer SBK-Befragung lagern 43 Prozent der Beziehenden mindestens ein wiederverwertbares Hilfsmittel zu Hause.
„Nachhaltige Pflegebetten können nur ein erster Schritt sein“, so Gertrud Demmler. „Wir brauchen bei allen Handelnden mehr Initiative, nachhaltige Projekte zu entwickeln – ökologisch, sozial und wirtschaftlich sinnvoll. Ich würde mich freuen, bald viele weitere solcher Initiativen zu sehen. Wir in der SBK bleiben dran!“
Der Nachhaltigkeitsvertrag wurde von der GWQ Service Plus AG zusammen mit dem Bettenhersteller Hermann Bock initiiert. Das Sanitätshaus Luttermann war als Leistungserbringer daran beteiligt.