Pünktlich zum Start der paralympischen Spiele in Tokio eröffnet das Medizintechnikunternehmen Ottobock sein neues Zentrum für Sportrollstühle.
23.08.2021
Laura Klesper
3 Minuten
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Am 26. August ist es so weit – der Startschuss für das Erlebniszentrum in Bad Oeynhausen fällt. Auf insgesamt 2.400 qm kombiniert Ottobock einen Showroom mit individueller Beratung, Manufaktur und Schulungsräumen. Die Schlüssel für das neue Zentrum übergab Ottobock CEO Philipp Schulte-Noelle dem Standortleiter Torsten Lisy symbolisch in Berlin.
„Mit unserer Marke wollen wir eine Erlebniswelt bieten, die unsere Anwender befähigt, wieder unabhängig im Alltag zu sein. Sport spielt dabei eine entscheidende Rolle für die körperliche und mentale Gesundheit. In Tokio zeigen die Paralympics in den nächsten Tagen, was alles möglich ist, wenn man an sich glaubt und hart trainiert. Wir sind stolz darauf, Sportler überall auf der Welt bestmöglich zu unterstützen.“
Philipp Schulte-Noelle, CEO Ottobock
Einen ersten Blick ins Sportrollstuhl-Zentrum erhielten zwei Para-Teilnehmende bereits exklusiv Anfang August: Thomas Wandschneider, der in Tokio im Para Badminton startet, sowie Rollstuhlbasketball U25-Nationalspielerin Anna-Lena Hennig. „Die größte Bestätigung für unsere Arbeit hier am Standort ist, dass die Sportler gerne zu uns kommen”, erzählt Lisy. „Unser Angebot haben wir auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Es geht darum, nicht nur Produkte zu sehen, sondern Mobilität zu erleben.“
Sportrollstuhl-Zentrum: Drei Jahrzehnte Unterstützung
Ottobock engagiert sich nach eigenen Angaben seit mehr als 30 Jahren im Behindertensport. Um Sportler und Sportlerinnen mit Handicap bestmöglich zu unterstützen, entstand im Jahr 2014 im nordrhein-westfälischen Bad Oeynhausen eine kleine Rollstuhl-Manufaktur. Aufgrund der positiven Marktresonanz wuchs der Bedarf stetig an. Das Werk wurde schlicht zu klein. Nach gerade einmal sechs Jahren stand für das Unternehmen fest: Das Sportrollstuhl-Zentrum muss vergrößert werden.
Ende 2020 folgte der Umzug ins neue Werk. Mit der Eröffnung stehen den Mitarbeitenden vor Ort ab sofort mehr Raum und Kapazitäten zur Verfügung. Dadurch können jetzt laut Unternehmen mehr als doppelt so viele Rollstühle wie bislang individuell gefertigt werden.
„Der Umzug vergrößert die Rollstuhl-Manufaktur und stellt dadurch eine Zukunftsperspektive dar, die mehr maßgeschneiderte Lösungen für die Anwender und Sportler ermöglicht.”
Torsten Lisy, Standortleiter
So stehen vor Ort Experten und Expertinnen bereit, um die Anwender künftig den gesamten Versorgungsprozess für Alltags- und Sportrollstühle über zu begleiten – von der Beratung über die Anpassung bis zur Auslieferung des maßgeschneiderten Rollstuhls.
Produktmanager Christoph Friebel erläutert die Vorteile: „Am Standort Bad Oeynhausen findet das Handwerk der Metallverarbeitung auf höchstem Niveau und komplett ‚Made in Germany‘ statt. Unsere vertikale Integration in der Produktion gibt uns die Möglichkeit, schnell Kundenwünsche zu realisieren und auf Marktanforderungen zu reagieren.“ Der Härtetest sind die Wettbewerbe: Der Rollstuhl muss dem jeweiligen Sportregelwerk gerecht werden und gleichzeitig die Performance der Athleten und Athletinnen verbessern.
Für Tokio: Der Invader Basketball Ultralight
„Der größte Vorteil für mich am Invader ist, dass ich weniger Kraft beim Beschleunigen benötige. Dadurch habe ich mehr Leistung im Spiel“
Anna-Lena Hennig, Nationalspielerin
Viele Teilnehmende der Paralympics gehen mit technischen Hilfsmitteln an den Start, die im sportlichen Wettstreit extremen Belastungen ausgesetzt sind. Vor allem Rollstühle müssen in den intensiven Kontaktsportarten einiges aushalten. Deshalb stellt Ottobock Sportrollstühle bereit, die diesen Anforderungen standhalten und auf die sich die Athleten und Athletinnen verlassen können. Ein Modell, das die Teilnehmenden in diesem Jahr nutzen: der Invader Basketball Ultralight.
Der Invader Basketball in der Ultralight-Version (ULW) ist ein gewichtsoptimierter Sportrollstuhl. Er eignet sich besonders für AnwenderInnen, die ein Minimum an Gewicht in Kombination mit maximaler Stabilität und Steifigkeit schätzen. Die ULW-Variante wird individuell auf den bzw. die AnwenderIn für einen optimalen Kraftfluss angefertigt.
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