„Bereitet die Patienten auf einen Kulturschock vor.“ Dr. Joachim Opp vom Evangelischen Krankenhaus in Oberhausen wählte einen großen Begriff für den Schritt aus einem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) in die Erwachsenenmedizin. Doch er scheint angemessen. Ein eigenständiges Panel setze sich auf dem Focus CP-Rehakind-Kongress mit den Herausforderungen der Transition auseinander.
Ein Blick auf die Ausgangslage: 14 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben einen speziellen Versorgungsbedarf, leitete Joachim Opp in seine Ausführungen ein. Nach dem Wechsel in die Erwachsenenmedizin verlieren laut Studien bis zu 40 Prozent den Kontakt zum spezialisierten Versorgungssystem. Besonders schwierig sei der Zugang zu nicht-ärztlicher Weiterbetreuung wie Fallmanagement, Sozialberatung und psychologischer Unterstützung.
Vor der Transition lohne sich eine erneute Aufarbeitung bisher nicht gesicherter Diagnosen, so Opp weiter. „Die Humangenetik macht rasante Fortschritte“, erläuterte Opp. In einer Studie mit 150 Erwachsenen konnten bei rund 58 Prozent genetische Besonderheiten entdeckt werden, die wahrscheinlich ursächlich für ihre Erkrankungen waren. „Es ist damit nicht immer der Geburtsfehler, wie es gerne heißt.“ Die klarere Diagnose erlaube unter anderem eine gezieltere Therapie oder gezieltere Anbindung an die Selbsthilfe.
Abschließend stellte der Mediziner das Projekt Stoffwechsel vor, das Jugendliche ab 14 Jahren mit angeborenen Stoffwechselstörungen auf die Transition vorbereiten soll. In dem Programm des SPZ der Uniklinik Düsseldorf bieten Psychologiestudierende als so genannte Transitionscoaches mehrere Einzelsitzungen verteilt über die letzten zwei bis vier Jahre an. Aufgrund des authentischen Interesses der Studierenden habe der Dialog mit den Jugendlichen eine höhere Qualität.
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