Das Dienstleistungsunternehmen für gesetzliche Krankenkassen will Lösungsansätze aufzeigen, welche die Kostensteigerung im Hilfsmittelbereich eindämmen und die Qualität in der Versorgung verbessern. Die GWQ verhandelt und verwaltet im Hilfsmittelbereich für 51 gesetzliche Krankenkassen rund 100 Hilfsmittelverträge in 35 Produktgruppen.
Insbesondere das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) von 2019 habe den Markt massiv verändert, so die Autoren. Die Ergebnisse seien unter anderem Qualitätsdefizite, steigende Kosten sowie wettbewerbsverzerrende und preistreibende Konzentrationsprozesse. Die GWQ verweist in diesem Zusammenhang auf die Abmahnung der ARGE Reha durch das Bundeskartellamt, deren Mitglieder im Bereich Rehatechnik rund 80 Prozent des Gesamtmarktes abdeckten.
Die von verschiedenen Stellen geforderten Leitverträge könnten den Markt noch weiter einschränken und Innovationen behindern. Tatsächlich bräuchten Krankenkassen effektivere Wettbewerbsinstrumente, um eine qualitätsorientierte, wirtschaftliche und innovative Hilfsmittelversorgung zu gewährleisten.
Damit in Zukunft wieder aus Sicht der GWQ marktgerechte Preise für Hilfsmittel ausgehandelt und Innovationen in der Hilfsmittelversorgung stärker gefördert werden können, setzt das Dienstleistungsunternehmen auf mehr Wettbewerb. Im Zentrum der Vorschläge steht, neben Anforderungen für Qualitätsausschreibungen und die Einbindung von Herstellern in die Hilfsmittelverträge, auch ein allgemeines Kontrahierungsgebot für Leistungserbringer.
Die im Positionspapier formulierten Lösungsansätze zielten konsequent auf höhere Anreize, um wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Produkte an die Versicherten abzugeben. Sie erhöhten zudem den Einfluss auf die Produktauswahl durch die Krankenkasse und stärkten das Sachleistungsprinzip, indem Aufzahlungen reduziert werden. Dabei werde die Wahlfreiheit der Versicherten nicht eingeschränkt und auch ein Qualitätswettbewerb unter den Krankenkassen gefördert.
Oliver Harks, Deputy CEO, Health Care Management & Corporate Development, sagt: „Mehr Wettbewerb im Hilfsmittelmarkt ist dringend erforderlich. Transparente Kalkulationen und Einblicke in Einkaufspreise könnten dabei helfen, die solidarische Krankenversicherung vor unnötigen Mehrkosten zu schützen. Wir appellieren an alle Verantwortlichen zu wettbewerbsorientierten Regelungen zurückzukehren und so der jährlichen Ausgabensteigerung entgegenzuwirken.“