GP: Entstehen für Mitglieder zusätzliche Kosten oder gibt es Beteiligungsmodelle?
Schüch: Nein. Wir bieten die Plattform und die dazugehörigen Angebote als Grundleistung für unsere Mitglieder an.
GP: Welche Rolle spielen Industriepartner oder Dienstleister in dem Projekt?
Richter: Wir arbeiten eng mit unseren Industriepartnern zusammen, aber primär auf Content-Ebene. Unsere Lieferanten können die Plattform als Werbeplattform für gesponserten Content oder gemeinsame Kampagnen nutzen. Das ist vergleichbar mit den Möglichkeiten im Magazin. Diese Zusammenarbeit wird exklusiv unseren gelisteten Lieferanten vorbehalten sein. Es bleibt also alles in unserem Kreis.
GP: Ist eine Anbindung an Warenwirtschafts- oder Abrechnungssysteme der Sanitätshäuser geplant?
Richter: Nein, das spielt für uns aktuell gar keine Rolle.
Schüch: Uns kommt nach vorn hin zugute, dass wir durch unsere Tochterfirma CSE Healthcare GmbH in der guten Lage sind, dass wir die Anbindung an die Systeme in diversen Kundenprojekten bereits erfolgreich erprobt haben und bei Bedarf darauf zurückgreifen könnten.
GP: Gibt es einen konkreten Zeitplan für Pilotphase und Markteinführung?
Richter: Wir befinden uns mitten in der Content- und technischen Entwicklung. Den großen Live-Gang möchten wir zur OTWorld nutzen. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen.
GP: Wie werden Mitglieder in die Entwicklung und Erprobung eingebunden?
Richter: Zu Beginn haben wir Mitglieder gefragt, was sie sich wünschen würden, und haben daraus dann genau das entwickelt, was wir jetzt bauen. Auch bei zukünftigen Weiterentwicklungen werden wir unsere Mitglieder einbinden und ihr Feedback berücksichtigen.
GP: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei der Umsetzung des Projekts?
Schüch: Die größte Herausforderung für uns ist es, Online-Sichtbarkeit aufzubauen, die all unsere Mitglieder gleichermaßen unterstützt. Damit wir das schaffen können, müssen wir unsere Maßnahmen über eine gemeinsame Dachmarke bündeln und diese langfristig erfolgreich machen. Dafür bedarf es einen sehr, sehr langen Atem. Es ist ein Marathon und kein Sprint.
GP: Wie gehen Sie mit möglichen Vorbehalten aus den eigenen Reihen um?
Richter: Bisher gab es nicht wirklich Vorbehalte. Dadurch, dass wir kritische Themen wie einen Online-Shop bewusst ausklammern, gibt es wenig Angriffsfläche. Wir haben zudem mehrfach Infoveranstaltungen absolviert und unsere Ideen vollumfänglich erläutert. Vor allem aber haben wir unseren Mitgliedern zugehört. Um es mal klar auf den Punkt zu bringen: Die Plattform ist vom ersten bis zum letzten Schritt gemeinsam mit unseren Mitgliedern entstanden.
Schüch: Vor allem der ressourcenschonende Ansatz, nicht noch einmal alles neu bauen zu müssen, hat für sehr große Zustimmung gesorgt.
GP: Wie stellen Sie sich die Rolle der Plattform in fünf Jahren vor?
Richter: Schön wäre es natürlich, wenn wir dann die sichtbarste Plattform am Markt sind. Realistisch gesehen ist unser Ziel, dass alle unsere Mitglieder mitmachen, ihre Einträge pflegen und die Plattform einen echten Mehrwert für alle schafft: für die Mitglieder durch neue Kunden und für die Patienten.
GP: Was möchten Sie den Rehavital-Mitgliedern sagen, die digitalen Plattformen bisher eher skeptisch gegenüberstehen?
Schüch: Es ist eine Chance, mit geringem Aufwand die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und neue Kunden zu gewinnen, ohne die Kontrolle über das eigene Geschäft abzugeben. Wir laden alle ein, diesen Weg mit uns zu gehen und die Vorteile des Verbunds auch im digitalen Raum zu nutzen. Die Kombi aus Magazin und digitaler Plattform ist ein echter Mehrwert.