„Weniger Schmerz, mehr Mobilität“ – so lautet das Ergebnis einer Patientenbefragung zur Nutzung und Wirkung von Rückenbandagen und Rückenorthesen. Die Untersuchung wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Europäischen Herstellervereinigung für Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel (Eurocom) durchgeführt. Anlässlich des diesjährigen Tag der Rückengesundheit am 15. März fasst die Eurocom die Ergebnisse in einer Broschüre zusammen.
Rückenschmerzen sind nach Aussage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit und laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland der häufigste Anlass für eine Vorstellung beim Orthopäden. „Rückenbandagen und Rückenorthesen gehören seit Jahrzehnten zum festen therapeutischen Repertoire von Allgemeinmedizinern, Orthopäden und Sporttherapeuten, um dauerhafte Rückenschmerzen zu lindern, Patienten zu mehr Mobilität zu befähigen und so wieder fit für den Alltag zu machen“, sagt Eurocom-Geschäftsführerin Oda Hagemeier. „Dass eine überragende Mehrheit – 81 Prozent – ihrem Hilfsmittel einen hohen bzw. sehr hohen Nutzen attestiert, unterstreicht die therapeutische Relevanz von Rückenbandagen und Rückenorthesen eindrucksvoll.“
Schmerzen, Schonhaltung, weniger Mobilität. Rückenbandagen und -orthesen können diesen Teufelskreis des Schmerzes durchbrechen. 84 Prozent ihrer Nutzer haben nach eigener Aussage weniger Schmerzen. Sind vor dem Einsatz einer Rückenbandage/-orthese 90 Prozent der Patienten auf Schmerzmittel angewiesen, können 65 Prozent von ihnen dank ihres Hilfsmittels die Einnahme von Medikamenten reduzieren und 14 Prozent völlig darauf verzichten. Außerdem können 32 Prozent der Patienten eine Operation vermeiden, 18 Prozent hinauszögern. 72 Prozent berichten, dass sie wieder mobiler sind, und 89 Prozent demzufolge Lebensqualität zurückgewonnen zu haben. 66 Prozent der berufstätigen Patienten, die vor der Behandlung mit einer Rückenbandage/Rückenorthese arbeitsunfähig gewesen sind, können aufgrund ihrer Versorgung ihre Arbeit schneller wiederaufnehmen. 50 Prozent der Anwender tragen ihr Hilfsmittel fast täglich, im Durchschnitt über zehn Stunden pro Tag.
Rückenbandagen: „Wichtiger Therapiebaustein“
„Bandagen und Orthesen sind ein wichtiger Therapiebaustein bei der Behandlung von Rückenschmerzen“, bestätigt Dr. med. René Toussaint, der als Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin seit mehr als 20 Jahren Erkrankungen des Bewegungsapparates behandelt. „Wenn die Hilfsmittel mit Maßnahmen wie Bewegungstherapie oder Gesprächen zum persönlichen Verhalten kombiniert werden“, erklärt Toussaint, „kann das die Mehrheit aller berufstätigen Rückenkranken zügig zurück ins Alltags- oder Berufsleben bringen.“ Bandagen und Orthesen reduzieren schmerzhafte und fehlbelastende, schädigende Bewegungen, unterstützen die Wirbelsäule stabilisierend, richten sie auf, regen zur Korrektur an und entlasten schmerzhafte Bereiche. Sie verbessern die Körperhaltung und aktivieren die Rumpfmuskulatur.
Die Eurocom ist die Herstellervereinigung für Kompressionstherapie, orthopädische Hilfsmittel und digitale Gesundheitsanwendungen. Der Verband versteht sich als Gestalter und Dialogpartner auf dem Gesundheitsmarkt und setzt sich dafür ein, das Wissen um den medizinischen Nutzen, die Wirksamkeit und die Kosteneffizienz von Kompressionstherapie und orthopädischen Hilfsmitteln zu verbreiten. Dem Verband gehören nach eignen Angaben nahezu alle im deutschen Markt operierenden europäischen Unternehmen aus den Bereichen Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel an.