Zukunftsforum Managed Care der RehaVital in Hamburg: Startschuss für bundesweit gemanagte Versorgungsprozesse.
10.07.2013
Tobias Kurtz
3 Minuten
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Die RehaVital meldet „ausgebucht“: Mehr als 70 Teilnehmer kamen am 18. Juni zum Zukunftsforum Managed Care nach Hamburg. Mitglieder der Leistungserbringer-Gemeinschaft, Lieferanten und Kooperationspartner informierten sich über Möglichkeiten der Umsetzung sowie Praxisbeispiele aus dem Bereich „Managed Care“.
RehaVital-Geschäftsführer Dr. Richard Kollisch brachte die Herausforderung für die Leistungserbringer auf den Punkt. Auf der einen Seite sollen standardisierte Hilfsmittel kosteneffizient an die Kunden geliefert werden. Auf der anderen Seite steigen der Wert und die Bedeutung, Patienten aus der Klinik in die post-stationäre Betreuung zu überführen. Das Problem: „Die Komplexität dieses Managements wird meist nicht vergütet.“ Kliniken erwarteten von Homecare-Providern eine therapiegerechte Betreuung, die umfassende Übernahme von Verantwortung sowie eine verursachungsgerechte Teilhabe an der Marge. Daher gelte es, gegenüber den Kostenträgern nachzuweisen, dass Managed Care-Projekte sinnvoll und nützlich seien und Verbesserungen für die Patienten bedeuten. Chancen und Potenziale für RehaVital
Welche Chancen „Managed Care“ aus Sicht eines RehaVital-Mitglieds bietet, schilderte Alexander Pohl, Geschäftsführer der Häussler Medizin- und Rehatechnik. Dafür analysierte er zunächst das Umfeld. Er verdeutlichte, dass jeder Bereich nur in einem bestimmten Bereich über Know-how verfüge. Die Kassen hätten den Überblick über die Kosten. Sie könnten daher die notwendigen Impulse setzen. Doch Pohl erkennt auf deren Seite „keine aktive Beteiligung“ an der Thematik. Die Krankenhäuser dagegen verstehen die Versorgungskette, Hersteller könnten das nötige Kapital aufbringen.
Eine Analyse des Kompetenzteams Homecare/Medizintechnik zeige, dass innerhalb der RehaVital enormes Potenzial für patientenzentrierte Managed Care-Konzepte vorhanden sei. Er fasste die Ergebnisse einer SWOT-Analyse zusammen. Als Stärken der Gruppe führte er die Regionalität, Flexibilität und Präsenz vor Ort an. Die Branche sei „einzigartig“ durch die Vielfalt an Berufsbildern, die sie unter einem Dach vereine. Schwächen seien dagegen die mangelnde Innovationsbereitschaft, die Kostenstruktur, das ungenutzte Netzwerk sowie das fehlende Bekenntnis zur Struktur. Pohl ist überzeugt, dass die RehaVital ihre Möglichkeiten nicht optimal ausschöpft. Als Herausforderungen bezeichnete er die neben der abnehmenden Lieferantenvielfalt sowie dem Preisverfall auch die Ausschreibungen, die eine umfassende Versorgung aus einer Hand verhinderten. Verhandlungen mit Kassen gestalteten sich schwierig, da die Qualität der eigenen Versorgungsprozesse kaum nachgewiesen werden könne. Die Hilfsmittelversorgung werde generell nicht wahrgenommen. Ein 24 Stunden-Notdienst zum Beispiel: „Das ist für uns ein normales Feature.“ In der Folge präge Misstrauen statt Partnerschaft das Verhältnis. „So erleben wir es zumindest.“ Als einen möglichen Weg der Zusammenarbeit führte er das CNI- Netzwerk an. Hier bieten mehrere Unternehmen aus der Pflege, Provider und Fortbildungsinstitute koordinierte Dienstleistungsangebote im Bereich der außerklinischen Intensivversorgung an. Dafür legten sie für alle Beteiligten gültige Qualitätskriterien an, um mit einem strukturierten Angebot Krankenkassen und Krankenhäuser anzusprechen. Dazu gehören u.a. auch Wohngruppen für Beatmungspatienten, die vor allem für Kliniken interessant seien. Die Schulungen im Bereich der ambulanten Pflege seien ebenso ein großer Erfolg.
Im Kompetenzteam Homecare/ Medizintechnik sei daher beschlossen worden, die Vernetzung auszubauen. Zudem wurde ein umfangreiches Weiterbildungs- und Qualifizierungsprogramm erarbeitet. Pohl: „Denn ganzheitliche Versorgungskonzepte sind bei RehaVital-Mitgliedern mit ihrer Regionalität, ihrer Patienten- und Kundennähe, ihrer Flexibilität und den Vorteilen, die unser Netzwerk bietet, in den besten Händen.“
Den ausführlichen Bericht zum Zukunftsforum Managed Care der RehaVital in Hamburg finden Sie in Ausgabe 07/2013
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